Verein zur Förderung der Kinder & Jugendliteratur e.V.
Verein zur Förderung der Kinder & Jugendliteratur e.V.

Die Brüllbande

 

Jörg Isermeyer

 

BELTZ&Gelberg

 

Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

 

Bastians Traum ist es, als Captain eines Raumschiffes durch die Galaxien zu fliegen. Deshalb möchte er sich zunächst das Raumschiff, das im Schaufenster steht, kaufen. Leider kann er sich das von seinem Taschengeld nicht leisten.

Nach einigen (Fehl)-versuchen bringt ihn ein Musiker in der Fußgängerzone auf die Idee eine Band zu gründen. Leider kann keines der Bandmitglieder ein Instrument spielen und auf ein Repertoire können sich die Vier auch nicht einigen. Gut, dass David, der Student, der in der Fußgängerzone Musik macht, den Nachwuchsmusikern hilft.

Die ersten Kapitel zeigen dem Leser eine nette, fröhliche Familie. Außer den Eltern gibt es noch die kleine Schwester Sophie. Die Mutter ist Ernährungsberaterin und nervt mit den gesunden Speisen. Der Vater macht was mit Windparks und als er einen Auftrag nicht abschließen kann, taucht eine besiegt geglaubte Krankheit auf. Der Vater ist depressiv.

Das Buch zeigt sehr schön, wie alle in der Familie in das Dunkel geraten, das diese Krankheit umgibt. Zeigt sowohl Verzweiflung, als auch Wut.

Ich finde der Autor hat es sehr gut geschafft auf der einen Seite die Brüllband mit all ihrem Spaß zu beschreiben und auf der anderen Seite die Qual der Familie mit der zunächst nicht benannten Krankheit.

Zum Ende gibt es einen tollen Erfolg für die Band, aber auch Hoffnung und Hilfe für die betroffene Familie.

Schade, dass man auf dem Cover keine Information über das Thema "Depression" findet. Denn ein 8-jähriger Leser sollte dieses Buch nicht ohne Erklärung oder Hilfe lesen.  Ich denke aber,  dass man auf diese Art gut  den Einstieg zu diesem Thema findet, denn psychische Erkrankungen sind leider heute Teil unseres Lebens. Wie das Buch zeigt, sollte man da Kinder nicht außen vor lassen, weil sie sich ja auch Sorgen machen, wenn der Vater sich so verändert.

 

Dagmar Mägdefrau

 

 

Volle Kraft voraus

Jungs gegen Medels

 

Kai Lüftner

 

arsEdition

 

Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

 

Dieser zweite Band hat mir sehr viel besser gefallen als der erste. Hier gefällt mir die Struktur der Geschichte sehr gut, alles hat für mich einen sinnvolle Handlung.

Eine Woche nach dem Durcheinander der letzten Geschichte, sind nur einige Junges der Michpiratenbande auf Ping-Pong. Diese werden von der Medels-Bande, die sich um das S für Swanni ergänzt hat, erpresst. Die Jungen sind in sehr kompromittierenden Situationen geknipst worden und für die Fotos haben die Medels einen Forderungskatalog erstellt. Sie wollen "Rache für rosa", weil die Jungen die Bude der Mädels rosa gestrichen haben.

Leider mischen sich dann noch die großen Jungen ein und rauben den Mädchen das Beweismaterial. Sie wollen jetzt 500 € und ein Floß. Alles fügt sich doch noch zum Guten und etwas Liebe schmuggelt sich auch noch ein.

Das Buch ist wieder sehr schön gestaltet, Verzierungen, kleine Bilder und natürlich Matzs Einträge ins "TagebuchFreibeuter-Handbuch" mit dem kleinen schrägen Gedanken am Ende.

 

Dagmar Mägdefrau

 

 

Der Krokodildieb

 

Autor: Taran Bjørnstad

Illustrator: Christoffer Grav

 

BELTZ&Gelberg

 

Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

Nominiert für den Deutschen Jungendliteraturpreis 2017

 

Odd, klein, pummelig und mit Brille, wünscht sich Superkräfte, aber es wäre schon schön, wenn man ihn beachten würde und wenn sich die Jungen der Klasse nicht immer über ihn lustig machen würden. So rufen sie ihn "Odd-Birnenkompott", als sie dann noch merken, dass Odd Nussi sein Schmuseeichhörnchen im Schulrucksack hat...

Auf dem Nachhauseweg lauert der Hund Hektor, vor dem Odd Angst hat. Auch die Eltern hören ihm meist nicht zu und Kinne, seine Schwester, hat nur ihren Hamster und Pferde im Kopf.

Lediglich Mette, in die Odd ein wenig verliebt ist, ist freundlich zu ihm.

Dann geht es mit der Klasse in den Zoo und Odd ist beeindruckt von Rolf, dem Tierpfleger. Schon sein Äußeres ist besonders. Er ist ein riesiger, tätowierter Glatzkopf mit Totenkopfring und weiß alles über seine Tiere. Er stellt den Kindern das kleine Krokodil Zack als seinen Freund vor und gerade der ängstliche Odd traut sich ihn zu streicheln.

Odd mahlt sich aus, was er für eine Position hätte, wenn Zack sein Freund wäre und er macht einen Plan, wie er ihn stehlen kann. Nachdem er das Krokodil zu Hause hat, stellt er fest, das es durchaus sehr hungrig und bissig ist.

Als er den weinenden Rolf im Fernsehen sieht und er befürchtet, dass Zack den Hamster gefressen hat, beschließt es, das Krokodil zurückzubringen.

Wer von uns hätte sich nicht schon mal gewünscht, ein gefährliches Tier zum Freund zu haben, dass uns beschützt? Dieser Wunsch wird zwar für Odd Realität, er muss aber auch feststellen, dass so ein Tier auch für ihn gefährlich ist und er nicht richtig für das Tier sorgen kann. Obwohl niemand das Krokodil bei ihm sieht und ihm auch keiner seine Geschichte glaubt, wird Odd selbstbewusster durch diese Tat.

Ich fand es ungewöhnlich wie der kleine ängstliche Junge es schafft das Krokodil zu stehlen. Im Buch finden wir einen genauen Plan des Zoos, den Odd gemalt hat um sich zu orientieren.

Auch sonst gibt es viele Bilder und Informationen über Tiere.

Ich denke, dass das Buch besonders für Jungen spannend zu lesen ist.

 

Dagmar Mägdefrau

 

 

Die leise Luise

 

Renus Berbig

Mit vielen Bildern von Anke Kuhl

 

BELTZ&Gelberg

 

Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

 

Luise ist 7 Jahre alt und spricht sehr leise, oft hört man sie gar nicht. Sie hat zwei Brüder Simon ist erst 5 und Ben ist sicher schon in der Pubertät.

Jedes Kapitel ist kurz und ihr Alter und dass Luise leise spricht, wird meist zu Anfang wiederholt. Und dann erleben wir den ganz normalen Alltag einer 7-jährigen. Da gibt es die Freundin Gloria, den Nachbarshund Bello, Vorlesen in der Schule und Ludwig, der ihr eine Leise-Schwäche attestiert. Luise ist zwar leise, kann sich aber durchaus durchsetzten, so will sie Hip-Hop machen und nicht turnen.

Das Buch hat rote Überschriften und ist in blau gedruckt, es gibt, wie angekündigt, viele Bilder. Auf dem Cover ist Luise im Zoo und besucht die Elefanten, leider trägt sie dort nicht ihre selbstgebastelten Elefantenohren.

So erleben wir viele kurze Geschichten über eine fast normale Familie, die am Ende im Wohnzimmer auf einer "Insel" dem Meer lauscht. Pssst, ganz leise sein.

Sicher kann man das Buch auch jüngeren Kindern vorlesen, Leseanfänger schaffen aber auch bald die kurzen Kapitel. Da alle Geschichten abgeschlossen sind, ist das Buch natürlich auch für Vorlesende geeignet.

 

Dagmar Mägdefrau

 

 

Robby aus der Räuberhöhle

 

Barbara Landbeck

 

Jumbo

 

Leseempfehlung ab 5 Jahre

 

Am Ende ist Robby so glücklich, wie ein Räuber nur sein kann. Und ich bin als Leserin auch so glücklich, wie ein Leser nur sein kann. Ein rundum bezauberndes Buch.

Bilder mit strahlenden Gesichtern, knuddelige Tiere und kleine Bildchen zu den Seitenzahlen, zu jedem Kapitel passend.

Robby wohnt im Paradies. So nennt er das Grundstück hinter der Mauer, wo er mit seiner Großmutter in der Räuberhöhle wohnt. Zur Zeit ist die Großmutter untergetaucht und Robby wohnt dort ganz allein. Aber er hat Freunde in der Stadt. Den Briefträger, die Friseurin und ihren Hund und den Bäcker, der Plätzchen in Form von Büchern backt.

Jetzt in den Ferien kommt noch seine Freundin Thea zu ihrer Tante Dora, einer Malerin, zu Besuch und die beiden erleben spannende Sachen miteinander.

Denn Robbys Räuberhöhe ist in Gefahr, dort soll eine großes Bürohaus gebaut werden. Außerdem hat Robby im Park eine altes Buch gefunden, das in Spiegelschrift geschrieben wurde. Wie am Ende alles gut ausgeht und die wilde Hilde, Robbys Großmutter, mit allen feiern kann, will ich hier nicht verraten. Denn es macht ungeheuren Spaß es selber zu lesen und das kann ich nur empfehlen. Wegen des Glücklich-seins, siehe oben.

Dagmar Mädegfrau

 

Die Murksler

Sammy und die Minimonster

 

Sylvia Heinlein, Sabine Wiemers

 

Tulipan

 

Lesestufe B ab 7 Jahre

 

Endlich hat Sammy sie entdeckt, die Murskler. Winzige Wesen, die an allem schuld sind, für das, was Kinder falsch machen.

So kippt der "Glitschfitsch" Becher um, um in den Pfützen zu schwimmen, der "Spuckmutz" ist für kleine Flecken zuständig.

Leider glaubt, außer Sammy,  nur sein Freund Bo an die Minimonster. Deshalb wollen die beiden eines fangen und nach dem Beweis wieder frei lassen. Leider spielt Ambra, Sammys Schwester, den beiden einen Streich.

Sicher kann man dieses Buch auch vorlesen, aber für Erstleser ist die Geschichte, in großen Buchstaben mit vielen Bildern gedruckt, sicher ein schöner Einstieg in die Welt der Bücher.

 

Dagmar Mägdefrau


 

Die Vulkanos lassen's krachen

 

Franziska Gehm

Franziska Harvey

 

Löwe

 

Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

 

http://www.loewe-verlag.de/content-742-742/die_vulkanos/

 

Kratos und Flambias sind dicke Freunde, obwohl sie aus ganz unterschiedlichen Familien stammen. Flambias Familie ernährt sich gesund und macht Sport. Kratos Familie isst am liebsten Brennnessel-Klopse, weil man danach so toll pupsen kann.

Als Sniega, die Herrscherin der Gletschergiganten das Vulkanland in eine Winterlandschaft verwandelt, müssen die Vulkanos schnell handeln.

Zunächst versuchen sie es mit ihrer Allroundwaffe, den Fürzen, die einiges auftauen können.

Aber letztlich brauchen sie doch einen besonderen Plan und gemeinsam mit den Nebelwürmer gelingt es die böse Sniega zu vertreiben.

Da gibt es doch schon wieder ein Paralleluniversum, diesmal bevölkert von kleinen haarigen Wesen mit großen Füßen, spitzen Zähnen und Hörnern. Als Haustier halten sie sich einen kleinen Drachen und sie wohnen, natürlich, in einem Vulkan. Beide Familien bestehen aus besonderen Typen und Pups und Furz sind häufig gebrauchte Wörter.

Viele Bilder, große Schrift lockt sicher Erstleser und knapp über 70 Seiten sind überschaubar. Ganz bestimmt machen die Angriffe der pupsenden Vulkanos besonderen Spaß.

 

Dagmar Mägdefrau

 

 

 

Löwenväter singen nicht

 

Martin Baltscheit

 

BELTZ  & Gelberg

 

Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

 

Wieder einmal muss der Löwe, weil seine Löwin nicht da ist, allein seinen Mann bzw. Vater stehen. Denn er muss ich um 3 Affenkinder kümmern. Wir wissen ja bereits, dass er nicht gut lesen kann und deshalb erzählt er eine oder zwei oder drei Gutenachtgeschichten. Aber die Affenkinder wollen noch ein Gutenachtlied und damit ist der Löwe überfordert. Natürlich bieten die anderen Tiere, wie immer ihre Hilfe an, aber erst als der Löse sich an seinen Vater erinnert, können alle gut schlafen.

Ein fantastisches Buch von Martin Baltscheit das sicher wieder gerne vorgelesen und selbst gelesen wird.

 

Dagmar Mägdefrau

 

 

Die Piratenschiffgäng "Der fiese Admiral Hammerhäd"

 

Irmgard Kramer & Zapf

 

Loewe

 

Verlagsempfehlung ab 7 Jahre

 

Piratenbücher sind nach wie vor im Trend. Hier habe ich nun den 1. Band der "Piratenschiffgäng". Tim Buktu möchte gerne auf der Molly Popper, dem königlichen Piratenschiff anheuern. Er kann schreiben und Barti Blu, der Pirat des König, nimmt ihn wirklich mit.´, damit er die Eintragung ins Logbuch machen kann. Er lernt wilde Gesellen kennen und übersteht einen Gefängnisaufenthalt und andere Abenteuer.

Die Bilder zeigen wirklich wilde Gesellen, die aber nicht böse aussehen. Große Schrift, reich bebildert, ein Buch für Leseanfänger und natürlich zum vorlesen.

 

Dagmar Mägdefrau

 

 

Märchen von Hans-Christian Andersen

 

illustriert von Werner Klemke

 

BELTZ Der Kinderbuch Verlag

 

Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

 

 

Zum 100. Geburtstag von Werner Klemke hat der Verlag Beltz ein umfangreiches Märchenbuch mit Andersen-Märchen heraus gebracht.

Die Zeichnungen von Werner Klemke, mit wenig Farbe und oft nur als Silhouetten erkennbar, sind mir irgendwie vertraut. Das Märchenbuch aus meiner Kindheit ist ähnlich illustriert.

Ein Märchenbuch von Andersen in dem einige bekannte Märchen fehlen und man andere, nicht so geläufige, entdecken kann.

 

Dagmar Mägdefrau  

 

 

Geheimnisvolle Nachrichten

 

Aygen-Sibel Çelik

 

BVK Lesewelten

 

Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

 

Erik heißt auf Türkisch Pflaume und damit hat der Protagonist dieses Kinderbuches seinen Namen weg. Er hat keine richtigen Freunde in der Klasse, lebt allein mit seiner Mutter und hat evtl. eine Leseschwäche, ist wenig oder sehr begabt. Test haben keine richtiges Ergebnis gebracht. Und jetzt die 6 im Aufsatz, weil er nur die Überschrift fehlerhaft geschrieben hat. Irgendwie wollte ihm nicht oder zu viel einfallen. Überhaupt denkt Erik zu viel. Auf seinem Weg durch die Stadt findet er an Papierkörben Zettel. Türkische kurze Sätze, die zu einem Gedicht gehören. Da er aber kein Gefühl für Worte hat, liest Erik die Buchstaben und versteht deutsche Sätze daraus. Meist Befehle, Drohungen. Daraus entwickelt er eine Geschichte, die kursiv gedruckt in den jeweiligen Kapiteln stehen. Zu Ende trifft er den Dichter des türkischen Gedichts und die beiden haben viel gemeinsam.

Das Buch zu lesen ist nicht ganz einfach. Erik hat sehr viel Gedanken in seinem Kopf und die aneinandergereiht brachten mich schon etwas durcheinander, dazu die Parallelgeschichte.

Ich befürchte, das ist alles für einen jungen Leser schon sehr schwierig. Als Schullektüre unter Anleitung, kann es sicher Anstöße zu Diskusionen geben.

 

Dagmar Mägdefrau

 

 

Bea & die Banditen-Hexen

 

Beatrix und Tim Bärsch

 

Books on Demand

 

Zielgruppe sind Menschen ab dem Grundschulalter

 

Der Untertitel lautet "Ein Detektivroman für junge Menschen". Jetzt bin ich ja schon ein alter Mensch, ich lese aber gerne Krimis. Leider konnte mich dieses dünne Büchlein nicht überzeugen. Sind die Hexen hier ganz normale junge Frauen? Will mich das Buch über Käfighaltung belehren? Was mir gefiel, war die Beschreibung des Reichs der Hexen, da kam eine gewissen unheimliche Kälte auf.

 

Dagmar Mägdefrau

 

 

Die Prinzessin mit den roten Haaren

 

Paul Biegel

 

Verlag freies Geistesleben

 

Verlagsempfehlung  ab 8 Jahre 

 

12 Jahre ist die Prinzessin nur im königlichen Schloss groß geworden. Die Lehrerinnen bringen ihr nicht viel Altagstaugliches bei und als sie endlich dem Volk gezeigt werden soll, wird sie von drei Räubern entführt. Sehr naiv lässt sie das mit sich geschehen. Sie singt sogar die Räuberlieder mit. Zu Hause regiert derweil die Großmutter, weil auch die Eltern nicht in der Lage sind zu handeln. Die Räuber werden gefangen, aber die Prinzessin ist weggelaufen und muss alleine den Weg zurück finden. Vieles in dem Buch ist sehr fantastisch, anderes auch realistisch. Vieles dreht sich um einen Opa, der die Handlung immer wieder in die falsche Richtung führt. So z.B. eine Ersatzprinzessin ins Schloss bringt. Alles für mich etwas zu verrückt.

 

Dagmar Mädegfrau

 

 

Die schönsten Prinzessinnengeschichten zum Lesenlernen

 

verschiedene Autoren und Illustratoren

 

Leselöwe

Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

 

 

Ganz kurze Geschichten mit Bildern zum "Mitlesen". Riesige Buchstaben und viele Bilder ergänzen die Geschichten und am Ende jeder Geschichte ist ein "Wörterbuch" mit den Übersetzungen der Bilder. Wir begegnen vielen Bekannten aus anderen Märchen, aber auch Neues, so ist das Gespenst Schoko braun, weil es so gerne Kakao trinkt.

Einfache Geschichten, die durch die Bilder Freude am Mitlesen wecken und sicher auch erste Leseversuche unterstützen.

 

Dagmar Mägdefrau

 

 

Volle Kraft voraus!

Total krasse Ferien

 

Kai Lüftner

 

arsEdition

 

Verlagsempfehlung ab 8 Jahre

 

Die Milchpiraten lernen wir schon im Einband kennen. Sie leben auf der Insel Pong in der Ostsee. Gegenüber liegt die Insel Ping auf dem die MEDEL-Band haust, aber die lernen wir erst im zweiten Teil kennen.

Neben der eigentlichen Handlung lesen wir (in einer abweichenden Schrift gedruckt) des Milchpiraten-Logbuch von Matz, dem Chef der Bande. Er schreibt, wie er spricht, da kann man Worte wie solltn lesen. Am schönsten sind seine Einfälle am Ende der Eintragung.  ....dass ich früher immer gedacht hab, Rosinen sind vertrocknete Fliegen.

In dem Buch wird viel Bezug auf den Film "Bäng, Bäng, Bummeräng" genommen, den ich leider zum Glück nicht kenne. Letztendlich geht es um eine Grillparty, verlorene Schlüssel, einen eingesperrten Freund und Oma Herta.

Für mich sind die Jungs zu sehr Typen mit erstaunlichen Eigenarten und die Sache mit dem in der Kloschüssel verlorenen Schlüssel schon sehr konstruiert. Ich hatte mehr Piraten und weniger Chaos erwartet. Trotzdem macht es sicher Spaß einige Passagen vorzulesen.

Es gibt etliche schwarze Zeichnungen und Verzierungen, die das Buch auflockern und so auch zum selberlesen animieren.

 

Dagmar Mägdefrau

 

 

Andersens Wintermärchen

 

Mit Bildern von Anastassija Archipowa

 

esslinger

 

Verlagsempfehlung ab  5 Jahre

 

"Das Mädchen mit den Schwefelhölzern", "Der Tannenbaum", "Der Engel" und "Die Schneekönigin" sind in diesem Buch mit glitzerndem Cover enthalten. Alte Märchen und Bilder, die in diese Zeit gehören. Einfach stimmig. Die Märchen kennen wir sicher alle und haben uns an ihnen erfreut und mit ihnen geweint. Eine kleine Wintermärchensammlung, die sicher viel Freude bereitet.

 

Dagmar Mägdefrau

 

 

Ich bin hier bloß das Kind

 

Jutta Richter

Mit Bildern von Hildegard Müller

 

Hanser Verlag

 

Altersangabe ab 8 Jahre

 

Nach "Ich bin hier bloß der Hund" ist jetzt ein Mädchen die Protagonistin des Buches von Jutta Richter. Ich finde, man merkt die Oma-Erfahrung etwas, was das Buch sicher weicher macht. Zunächst bekommt Omas Kater Murkel Junge, dann zieht Hanna in ihre zwei neuen Zimmer und bekommt wirklich ein Kätzchen. Dazwischen läuft der normale Alltag. Lehrerinnen und Schulpsychologinnen, die alles falsch verstehen, blöde Mitschüler und Streikt zwischen Mama und Eberhard. Aber irgendwie wird alles gut, als Hanna eine neue Mitschülerin bekommt, ein cooles Mädchen aus New York. Aber trotzdem hat sie immer das Gefühl, dass sie nicht beachtet wird und letztendlich "bloß das Kind ist". Sicher werden sich viele kleine Mädchen darin wiederfinden und Hanna um Katze und Freundin beneiden. Vielleicht sogar um die Oma.

 

Dagmar Mägdefrau

Der kleine Warumwolf

 

Verrückte Vorlesegeschichten von Sylvia Englert

Mit Illustrationen von Sabine Dully

 

Knesebeck

 

Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

 

Total verrückte Geschichten hat sich die Autorin da ausgedacht. Fin langweilt sich auf dem Schulweg und darf noch nicht mit dem Roller fahren. Da begegnet ihm der Warumwolf. Ein kleiner Wolf, der meist für einen Hund gehalten wird, der ihn auf dem Weg begleitet und auch nach der Schule wieder auf ihn wartet. Der Warumwolf hat viele Fragen an Finn und der hat eine blühende Fantasie. Er erzählt die absurdesten Geschichten und weil sie so irrwitzig sind, machen sie Spaß. Am Ende nennt die Autorin uns eine Seite im Internet auf der man die "richtigen" Antworten findet. Ich weiß nicht, ob ich das möchte??

Die einzelnen Kapitel sind schon 6 Seiten lang , mit kleineren Bildern gespickt. Für Kinder, die Vorlesen gewöhnt sind sicher ein toller Lesespaß.

 

Dagmar Mägdefrau

 

Was passiert mit Hilde Mück?

 

Text: Susanna Maibaum

Illustration: Kirsten van Alphen

 

Fachverlag des deutschen Bestattungsgewerbes

 

 

Für Kinder von 6 bis 12 Jahren und für Erwachsene, die berührbar geblieben sind.

 

 

Nachdem ich mit Frau Maibaum Kontakt aufgenommen hatte, wies sie mich auf ein besonderes Buch hin, dass sie geschrieben hat. Aufgrund des Verlages kann mann sich schon vorstellen, worum es in dem kleinen Büchlein geht.

Hilde Mück, zu deren Alltag schon eine Pflegerin gehört, verstirbt, nach einem glücklichen Besuch ihrer Familie, morgens friedlich in ihrem Bett. Die Pflegerin benimmt sich sehr einfühlsam und macht die Verstorbene für die Verabschiedung durch ihre Familie zurecht. Nach dem Abschied nehmen in der Wohnung erfolgt die Versorgung des Leichnams von Frau Mück bis zur Bestattung. Alles wird sehr schön beschrieben und zusätzlich gibt es Informationskästchen, die manche Begriffe näher erläutern.

Es handelt sich um eine evangelische Bestattung, es wird aber auch darüber gesprochen, dass es andere Möglichkeiten gibt.

Das Buch behandelt ein heikles, für viele beängstigendes Thema auf eine sehr einfühlsame Art. Kinder haben nun mal viele Fragen, auch zum Sterben und ich denke mit Hilfe dieses Buches kann man vieles erläutern. Vielleicht kann man auch selbst für sich etwas dazu lernen. Ich selber habe in den letzten Jahren mit der Organisation von Bestattungen zu tun gehabt und weiß, dass das nicht immer so einfach ist.

 

Dagmar Mägdefrau

Briefe von Hans

 

Susanne Maibaum

 

BVK LESEwelten

 

 

Verlagsempfehlung ab 11 Jahre

 

Ein Buch, das man…einmal aufgeschlagen, nicht mehr aus der Hand legen mag. Durch die gewählte Briefform, eingebettet in eine leicht nachvollziehbare Rahmenhandlung, wird fesselnd und gut verständlich die Geschichte des 1. Weltkriegs erzählt. Besonders berührend ist hierbei der Bezug zu einem Familienschicksal. Die „Briefe von Hans“ vermitteln aber nicht nur anschaulich geschichtliches Wissen, sondern machen den Bezug nachfolgender Generationen zu historischen Ereignissen nachvollziehbar…“das ist zwar alles schon viele Jahre her, aber es hat auch etwas mit mir zu tun, weil es meine Vorfahren und ihr Leben stark prägte“.

 

Anke Carlin

 

Vor 100 Jahren war Europa mitten im 1. Weltkrieg. Trotzdem wissen wir über diese Zeit nicht sehr viel. Meist nur die nackten Daten, zu stark wird er vom noch schlimmeren 2. Weltkrieg überschattet.

Nach dem Tod des Urgroßvaters findet die Familie im Nachlass Briefe von Hans und Friedrich. Friedrich ist der Vater des Verstorbenen und Hans war sein Bruder. Er zieht 1914 begeistert in den Krieg gegen Frankreich. Aber sehr schnell werden ihm die Schrecken des Krieges bewusst. Die Idee, mal eben Frankreich zu besiegen und Weihnachten wieder zu Hause zu sein, wird von der traurigen Realität von Hitze, Kälte, Hunger und Schmutz über-

schattet.

Ich weiß nicht, ob solche Briefe wirklich geschrieben wurden oder ob ein Soldat, der so am Sieg zweifelt, nicht vor ein Kriegsgericht gekommen wäre. Aber die Worte sind so eindring-lich. Die verzweifelte Situation an der Front, die nie vorankommt, steht einem plastisch vor Augen. Die Angst, der ständige Lärm, der Geruch der Verwesung, das alles empfindet man mit Hans.

"Briefe an Hans" sind ein Appel gegen den Krieg, der aber leider schon beim jüngeren Bruder Friederich nicht ankommt. Er wünscht sich schnell Soldat zu werden. In seinen Briefen wird die Lage in Deutschland geschildert, auch hier Hunger und Kälte. Die Deutschen wollen nicht mehr siegen, sie wollen nur, dass alles wieder so wird wie vorher. Aber der Krieg dauert, wie wir wissen über vier lange Jahre.

Ein lesenswertes Buch, mit etwas über 100 Seiten auch für Nicht-Leseratten und lesefaule Jungen ein guter Tipp. 

 

Dagmar Mägdefrau

Mucker & Rosine - Die Rache des ollen Fuchses

 

Kristina Andreas

mit Bildern von Barbara Scholz

 

Beltz & Gelberg

 

Verlagsempfehlung ab  6 Jahre

 

Den ersten Band kenne ich bisher noch nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich schwer in dieses zweite Buch herein kam. Die Maus Mucker wohnt mit Rosine, dem Kaninchen in einer Hütte im Wald. Die Eule mit dem Turbo (einem Turban) auf dem Kopf ist die Pflegemutter von dem kleinen grünen Drachen, der zuerst nur "kleiner Liebling" und später Hugo heißt. Die anderen Freunde wohnen in einer Kaffeekanne Molle, der Maulwurf und Berta, die Elefantendame mit der eigenartigen Grammatik. Und dann ist da noch Tante Heidi, die Ordnung und Sauberkeit liebt. Sie bringt einen Staubsauger mit in den Wald, der durch den Zauberbär zu einem Kamikazegerät wird. Ja und dann natürlich noch der olle Fuch. Noch klein gezaubert taucht er wieder im Wald auf.

Man sieht, es ist viel los im Wald und ich komme nicht immer mit, bei den Entwicklungen, die für mich zu verworren sind. Aber vielleicht können weniger bodenständigere Kinder sich einfach an der schönen Sprache und den vielen Aktionen erfreuen.

 

Dagmar Mägdefrau

 

 

Rongs Suche und andere Geschichten aus China

 

Heinrich Peuckamnn

 

Autumnus Verlag

 

Verlagsempfehlung 5-10 Jahre

 

 

In meiner Jugend habe ich mit viel Begeisterung Pearl S. Buck gelesen und diese Geschichten erinnerten mich an einige ihrer Kurzgeschichten. im großen China gibt es viele Volksstämme, die auch nicht immer gleichberechtigt sind. So lernen wir Rong aus dem Volk der Ainis kennen. Sie soll die chinesische Schrift erlernen, weil ihr Volk ihre Schrift vor langer Zeit "verloren" hat.

Auch in der zweiten Geschichte geht es um eine ausgegrenzte Minderheit. Vorgestellt wird das Hui-Mädchen Yang. Sie lernt den Jungen Gao kennen und die beiden lernen viel über die Kultur des anderen.

Beides sehr poetische Geschichten, die aber durchaus in unsere Zeit passen.

 

Dagmar Mägdefrau

 

Davids Geschichte

 

Susanna Maibaum

 

BVK Lesewelten

 

Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

 

 

 

 

Ich gebe zu, mein erster Gedanke war "wieder ein Buch über Juden im Dritten Reich". Aber auf den 130 Seiten dieses Buches wird das Thema etwas anders angegangen.

Der zwölfjährige David erfährt von seinem Großvater, dass er als er in seinem Alter war einen jüdischen Freund Namens David hatte, der dann 19.10.1941 plötzlich verschwand. Und David versucht mit Hilfe eines Rabbis und seiner Eltern diesen verlorenen Freund zu finden.

Ich empfinde diese Geschichte einfach als besonders rund. Es bleibt nichts offen, auch die Gedanken des Großvaters, damals und heute, sind ein Thema. Nebenbei erfahren wir einiges über den jüdischen Glauben und sicher werden einige Leser im Internet suchen, genau wie David.

Und dann ist da noch die Geschichte mit dem neuen Schüler aus China. David erkennt da Parallelen zur Situation des Großvaters in den Kriegsjahren und er lernt daraus.

So muss ich nach der Lektüre von Davids Geschichte sagen: Ein wirklich schönes Buch und danke  an Frau Maibaum, das sie es geschrieben hat.

 

Dagmar Mägdefrau

Die Nordseedetektive 2. Das Gespensterhotel

Bettina Göschl und Klaus-Peter Wolf

 

Jumbo Neue Medien & Verlag

 

Empfehlung 8 - 10 Jahre

 

 

 

 

Als begeisterte Krimileserin und Fan der Ostfrieslandkrimis war ich gespannt auf diese Kinderbuchserie, die Klaus-Peter Wolf gemeinsam mit seiner Frau Bettina Göschl geschrieben hat. Ich muss sagen, ich bin nicht enttäuscht worden. Schon die Aufmachung des Buches gefällt mir gut, schön gemalte Bilder und hinten die schon aus den Krimis bekannte Karte von Ostfriesland. Hier natürlich in Farbe. Neben der Seitenzahl findet man Muscheln und Seesterne und die Bilder auf den Seiten entsprechen der Beschreibung, was ja nicht immer so ist. Der Krimi ist spannend und stimmig und das ist es, was ich von einer Detektivgeschichte erwarte. Die rothaarigen Geschwister Lukas und Emma werden sicher mit den Detektiv-Utensilien und dem Handbuch ihres verstorbenen Großonkels noch so manchen Fall lösen. Zum Glück haben sie ja auch keine Angst vor Gespenstern und das war für diesen Fall sehr wichtig. 

 

Dagmar Mägdefrau

Die Nordseedetektive - Das geheimnisvolle Haus am Deich

 

Bettina Göschl und Klaus-Peter Wolf

Jumbo Neue Medien & Verlags GmbH

 

Lesealter ab 8 Jahre

 

Das ist der erste Band einer ganzen Reihe von Kinderkrimis die wie die "Ostfrieslandkrimis" von Klaus-Peter Wolf in Norden/Norddeich spielen. Zusammen mit seiner Frau Bettina Göschl hat er eine nette rothaarige Familie erschaffen, die von einem Großonkel eine alte Villa am Deich erbt.

Die Mama Sarah lernen wir nicht kennen, da sie in der Schweiz in einem Musical einen sprechenden Fliegenpilz spielt. Vater Mick, der erfolglose Schriftsteller ist leider oft auch etwas schwer von Begriff. Dafür sind seine Kinder Lukas und Emma total clever und ideenreich.

Da der Großonkel Detektiv war, kann man viel aus seinem Nachlass lernen. Der erste Auftrag, der an Vater Mick geht, ist gleich eine Falle. Die Auftraggeberin stellt sich unter einem falschen Namen vor und lässt nach ihrem Ehemann suchen. Aber eigentlich geht es um Falschgeld. Natürlich lösen die Kinder den Fall, weil der Vater unter falschen Anschuldigungen festgenommen wurde.

Eine spannende Geschichte, logisch aufgebaut und lehrreich. Durch die Tippst des Großonkels wird erklärt, wie man vorgehen soll und die Fehler macht immer der Vater.

 

Dagmar Mägdefrau

 

Hörbuch: Thabo - Detektiv & Gentleman. Die Krokodil-Spur

Kirsten Boie

 

Interpret: Hendrik Kleinschmidt

 

Jumbo Neue Medien & Verlag

Empfehlung ab 10 Jahre

 

Zum ersten Mal bespreche ich ein Hörbuch und ich glaube, gehört ist das Buch von Kirsten Boie einfacher zu verstehen, als wenn man es selber liest. Vor allem die vielen englischen und afrikanische Namen sind schon sehr kompliziert zu behalten. Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich da richtig drin war. Aber dann war es nicht nur spannend, ich habe auch viel über Afrika erfahren. Im Königreich an der Grenze zu Südafrika gibt es viele Waisenkinder und drei dieser Kinder werden vermisst. Ein Fall für Thabo. Er ist mit englischen Mädchen Emma befreundet und deren Großtante Agatha hat ihn durch das Anschauen der alten Miss Marpel Filme auf die Idee gebracht Detektiv zu werden. Ich glaube für den Leser/Hörer wäre es nicht falsch diese Filme zu kennen, denn es wird oft darauf Bezug genommen. Sind die Medizinmänner Schuld am Verschwinden? Werden die Kinder den Ahnen geopfert? Was macht die Hilfsorganisation Water WiZZard, deren Mitarbeiter in der Lodge von Emmas Mutter wohnen? Es gibt viele Spuren und die Lösung bringt Thabo und Emma in höchste Gefahr. Ein Krimi, der sich nicht nur durch den exotischen Schauplatz von vielen anderen abhebt. Mir wurden die 6 Stunden, die die 4 CDs laufen nicht langweilig. Ich möchte noch mehr von Thabo und seinem Leben im Königreich erfahren. Oh, ehe ich es vergesse, eine andere Besonderheit ist Thabos Wunsch ein Gentlemen zu werden. Es ist schön, mal einen höflichen Jungen zu treffen, der bei "verdammt" schon zusammenzuckt.

 

Jetzt muss nicht noch etwas zu Hendrik Kleinschmidt dem Sprecher der CDs sagen. Ich finde es einfach toll wie professionell er diesen, doch schwierigen Text, einspricht. 2014 hat er den Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gewonnen. Und es begeistert mich, dass Lesen also immer noch Sinn macht und zu so einem tollen Erfolg führen kann.

 

Dagmar Mägdefrau

Löwenherzen weinen nicht

 

Martin Baltscheit

 

Betz & Gelberg

 

Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

 

Vielleicht kennt ihr den Löwen schon aus anderen Büchern. Er kann ja so vieles nicht. Aber diesmal will seine Löwenfrau ihn verlassen, weil er kein Verständnis für ihre Tränen hat, denn er kann über Buchstaben nicht weinen. Natürlich können wir die Frau verstehen, wie oft hat uns ein Buch zu Tränen gerührt oder richtig traurig gemacht.

Das Krokodil bietet Hilfe an. Viele Therapieversuche fruchten nicht. Das Löwenherz findet keine Tränen. Aber letztendlich kann das Krokodil doch helfen. Fast kommen uns da vor Rührung doch auch die Tränen.

Ein schönes Buch in dem Weinen zur Aufgabe wird, die es zu lösen gilt. Ich finde das Buch durchaus auch für kleinere ZuhörerInnen geeignet.

 

Dagmar Mägdefrau

P.S.: "Die Geschichte vom Löwen, der nicht schwimmen konnte" findet Ihr unter Bilderbüchern, weil sie ab 5 ist und weniger Text hat.

 

Eliot und Isabella im Finsterwald

Ingo Siegner

 

Beltz&Gelberg

 

Verlagsempfehlung ab 6 Jahren

 

 

Es ist schon der 4. Band von den Rattenkindern der am 22.8.2016 erscheint. Aber man kann ihn durchaus ohne Vorkenntnisse lesen. Die Bilder von Ingo Siegner sind, wie immer ansprechend, mal ganzzeitig mal eingestreute Teile.

Ja und spannend ist es natürlich auch wieder. Die Rüppelratten angeführt von Bocky Bockwurst ärgern unseren Held Eliot, aber letztendlich sind sie die Angsthasen und Eliot tut in der Gefahr genau das Richtige. Denn er hat Fantasie, kann reimen und hat ein helles Köpfchen. Unterstützt wird er, das Stadtkind, von seiner Freundin Isabella, die sich im Wald auskennt. Als dann Tante Eleonore eingreift, steht der Rettung von Opa Pucky nichts mehr im Wege. Zum Ende können alle beim Waldfest mitfeiern.

Keine Belehrungen, keine Besserwissereien, purer Spaß an tollen Figuren und die Freundschaft, die alle verbindet.

 

Dagmar Mägdefrau

Kiste

 

Text: Uwe Heidschötter       

Illustrationen: Patrick  Wirbeleit

 

Reprodukt   Berlin

 

empfohlenes Lesealter: ab 6

 

Oh je! - eine Kiste, die nicht nur sprechen sondern auch basteln kann! Der

Schuljunge Matti hat sie vom Straßenrand mit ins Haus genommen, um an

seiner Raumstation weiter zu bauen. Diese geheimnisvolle Kiste war der

Werkzeugkasten eines Zauberers! Bei der ersten Begegnung mit „Kiste“

erstarren Mattis Eltern – der Zauberer muss helfen! Also auf geht ́s! Nach

einem langen Marsch, auf dem sie sich oft verlaufen, wird es bereits dunkel und

Matti bekommt Angst. Endlich angekommen, gibt es ein großes Problem: der

Zauberer hat sich selbst in eine riesige Schlange verzaubert, und ein neuer

Zauberstab muss geschnitzt werden! Dank der großen Bastelhilfe von Matti und

Kiste klappt alles prima, und der Zauberer stellt nach seinem alten Rezept ein

Pulver her, mit dem Mattis Eltern wieder aus der Starre aufwachen.

Ein spannendes und phantasievolles Comic, das bereits durch die zum größten

Teil sehr realistischen Bilder den Verlauf der Handlung verständlich werden

lässt!

 2 weitere Folgen bereits erschienen                                                 

 

Annette Heine  

 

Eine lustige Idee, ein Junge findet eine Kiste vor dem Haus und möchte daraus eine Raumstation basteln. Aber kaum ist er mit der Kiste in seinem Zimmer, fängt diese an zu sprechen. Die Beiden erleben einiges zusammen, dann kehrt die verzauberte Kiste zu ihrem Zauberer zurück. Die Geschichte wird als Comic gezeichnet und ist deshalb auch für ungeübte Leser ein schöner Einstieg.

 

Dagmar Mägdefrau

Wasseralarm oder: Der Fall Max

Jörg Wolfradt

Haakon Austor Illustrator

 

Autumnus-Verlag

 

Lesealter 7-9 Jahre

 

Sehr hübsch der Fisch neben der Seitenzahl. Die Bilder sind leider sehr kindlich gezeichnet.

 

Max der Goldfisch schwimmt plötzlich eines Morgens tot in seinem Glas. Ob die Unterbringung eines einzelnen Goldfisches in einem Glas artgerecht ist, möchte ich bezweifelt, aber geben tut es das sicher.

Anton lädt also sein Freude Jule und Primel zur Beerdigung. Alle drei wohnen in dem großen Haus. 17 Stockwerke, ohne Aufzug!!!

Schnell schließen die drei, dass das Wasser in ihrem Westteil des Hauses vergiftet sein muss. Als Verdächtigter kommt nur einer in Frage: der unsympathischen und, wie sich später herausstellt, faule Hausmeister Brederlo.

Dann gibt es eine spannende Verfolgungsjagd und drei Pläne zur Aufdeckung des Täters. Für mich unbefriedigend verschwindet der Hausmeister durch Kündigung (ob durch ihn oder dem Arbeitgeber ist unklar) ohne, dass die Schuld wirklich geklärt wurde.

Gerne möchte ich das Buch an einem Kind "testen", vielleicht sind ja meine Anspruche zu erwachsen.

 

Dagmar Mägdefrau

 

Durch Traum und Zeit

Die Geschichte von Sophie und Herrn Zwickel

Steffen Wunder

 

Autumnus -Verlag

 

Leseralter von 7-10 Jahre

 

Am Anfang soll man ja immer etwas positives sagen. Der Autor hat viel Fantasie und setzt sie in den gemeinsamen Träumen der beiden Protagonisten um.

Ich bin jetzt 60 Jahre alt und kenne Straßenbahnschaffner nur aus meiner frühesten Kindheit. Herr Wunder ist Jahrgang 1985 und beschreibt eine Szene in der Sophie und Herr Zwickel einem solchen Schaffner begegnen. Ich denke, einem 7 Jährigen muss ich da noch was erklären.

Herr Zwickel grüßt nie, weil er so schüchtern ist. Auch das kann ich nicht nachempfinden. Der Mann arbeitet bei einer Behörde und sollte solche Höflichkeiten anwenden, auch wenn es ihm schwer fällt.

Sophie sitzt durch unglückliche Umstände weinend im Hausflur, weil ihre Mutter nicht da ist. Da bittet Herr Zwickel sie zu sich herein und die beiden erleben bei Kakao eine schöne Stunde.

An der Stelle kann ich das Buch nicht mehr vorlesen. Ich habe lange gebraucht meinen, inzwischen erwachsenen, Töchtern zu erklären, dass sie nie ohne mein Wissen in die Wohnung eines anderen gehen dürfen. Da kann ich kein Buch vorlesen indem das schlussendlich zu einem Happy End führt.

Wie gesagt, die beschriebenen Träume sind sehr fantasievoll.....

 

Dagmar Mägdefrau

Ein Schwein in geheimer Mission oder: Aufklärung mit allen Mitteln

Lydia Nehring

Bilder Anne Rasch

 

Autumnus Verlag

 

Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

 

Da taucht ein sprechendes Baldinger Tigerschweinferkel namens Waschel beim Ehepaar Krempel auf. Opa Krempel erkennt dieses Exemplar einer ausgestorbenen Schweinrasse sofort und klärt seine Frau, die er mit Mutti anspricht, über diese Rasse auf.

Grund des Erscheinens ist die Missionierung des Nachbarn Wichterle. Dieser betreibt eine konventionelle Schweinezucht und durch einige Tricks von Waschel und Opa Krempel, der ein passionierter Hobbytüftler ist, lernt der Nachbar umzudenken.

Opa Krempel möchte auch zukünftig nicht auf sein Schnitzel verzichten und das verlangt der schweinische Hausgast auch nicht. Er möchte nur, dass seine Artgenossen vor der Schlachtung ein artgerechtes Leben haben bzw. dass die Zucht sich auf alte Arten besinnen soll.

Ich finde, ein nettes Ferkel dazu zu nutzen über die Probleme der Schweinezucht zu berichten ist durchaus ein guter Ansatz. Was mir nicht gefällt ist die Bezeichnung "Oma" und "Opa" für das Ehepaar. Enkelkinder kommen ja keine vor. Und noch schlimmer die Anrede "Mutti" für die Ehefrau. Gibt es sowas wirklich noch? Und müssen unsere Kinder das lesen?

 

Dagmar Mägdefrau

In den Wäldern

Eva Lamberty

 

GrünerSinn-Verlag (auch als CD)

 

Für Kinder ab 8 Jahren

 

 

Ein Umweltabenteuer, so wird das Buch vom Verlag angeboten. Eva Lamberty hat auch die ansprechenden Bilder zu diesem Bilderbuch gezeichnet. Die großen Augen erinnern an Mangas. Jaime, das Stadtkind, verirrt sich im Wald. An seiner Seite sein Kuscheltier Boo, der im Wald lebendig wird. Er hilft und tröstet ihn, denn Jaime gerät immer tiefer in den Wald.

Dort sprechen die ängstlichen Tiere von den Biester, die Jaime auch Angst machen. Sie sind groß und unheimlich. Dass diese Biester Menschen sind, befürchtet der erwachsene Leser schnell.

Ich denke, dass dieses dünne Buch zum diskutieren anregt. Ich weiß aber nicht, ob es jedem 12 € Wert ist. Mir ist nicht klar, warum Eva Lamberty für ihre Protagonisten englische Namen gewählt hat? Vielleicht hofft sie auf den englisch/ amerikanischen Markt?

 

Dagmar Mägdefrau

 

 

 

Nicht drücken

Gernot Gricksch

 

Cecilie Dressler Verlag

 

Verlagsempfehlung ab 9 Jahren

 

 

Spannung, Abenteuer und geheimnisvollem Geschehen für Kinder ab 9 Jahren:

im Zentrum der Geschichte stehen Siri, ihre Freundin Svetlana und Ole. Drei

mysteriöse Frauen, Drillinge, die in Kimonos auftreten und jeweils so schnell

verschwinden wie sie aufgetaucht sind, sorgen dafür, dass sich die Umwelt der

Kinder auf seltsame Weise verändert. Geheimnisvolle Pakete werden an Siri

und Ole geliefert, Tiere, Eltern, Lehrer und Kinder nehmen gegensätzliche

Verhaltensweisen an: eine Katze bellt, Jungen spielen mit typischem

Mädchenspielzeug, eine Lehrerin verschwindet, andere Lehrer gestalten ihren

Unterricht erstaunlich anders ... Rollenklischees werden hier stark in Frage

gestellt durch diese skurrilen Veränderungen!

Die drei Kinder sind immer wieder überrascht, aber zunächst total ratlos und

überfordert. Sie halten Sitzungen, beratschlagen und werden immer mutiger.

Nach und nach gibt es jedoch immer wieder neue Hinweise zum richtigen

Reagieren durch die „Kimonofrauen“. Die Geschichte erreicht ihren Höhepunkt

bei einem vom Trio organisierten Fußballspiel, ein für sie zwingender Auftrag

der Frauen. Durch Mut und Entscheidungskraft schaffen es die Kinder, den

unheimlichen Bann zu brechen, der sich durch das Buch zieht, so dass ihre Welt

zum Ende hin wieder in ihren gewohnten Bahnen verläuft!

Ein empfehlenswertes Kinderbuch durchzogen von Spannung, Phantasie, Spaß

und Freundschaft, das die wörtliche Rede sicherlich die des lesenden Kindes

treffen wird!

 

Annette Heine

Ich, Jonas, genannt Pille und die Sache mit der Liebe

Brigitte Werner   

 

Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart

 

Verlagsempfehlung ab 11 Jahre

 

Die Autorin Brigitte Werner, seit vielen Jahren bekannt durch ihre praktischen, kreativen, phantasievollen Ideen und Arbeiten mit kleinen und großen Menschen, hat hier wieder ein Buch geschaffen, das Kinder sofort ansprechen wird. Der etwa 11-12-jährige Ich-Erzähler Jonas, genannt „Pille“ ist eingebettet in seine Familie, deren einzelne Mitglieder schillernd in ihren unterschiedlichen Charakteren  sind. Im Vordergrund steht gleich zu Anfang der geplante Umzug von Opa Leo ins Altersheim. „Ne“, sagt Tante Berta, „ der hat nicht alle Tassen im Schrank. Punkt!“ Pille möchte ihr am liebsten vors Knie treten , damit ihr die Kirsche aus der Sahnetorte  wieder aus ihrem Mund springt … „Ihr seid doch alle total verrückt! Er hat wohl alle Tassen im Schrank, vielleicht noch ein paar mehr als ihr. Lasst Opa Leo in Ruhe!“ (S. 5) Pille kann sehr eindrucksvoll  seine jeweiligen Stimmungen beschreibend, was lesende Kinder ausgezeichnet verstehen werden. „Und ich sitze dann in irgendeinem Versteck, klein und mies und feige wie die allererbärmlichste Furzlaus im ganzen Universum. Klasse!“ (S.22) Gefüllt mit Sorge und skurrilen Erlebnissen rund um Opa Leo wird es unbemerkt Mai, und das Mädchen Lilli tritt in Pilles Leben. „Alle Mädchen in meiner Klasse finde ich blöd oder fast blöd. Wieso richtet Lilli solch ein Durcheinander in mir an, dass ich mich in mir selber nicht mehr zurechtfinde? Opa Leo wird das wissen. Ich muss ihn dringend fragen, wieso Mädchen so was können, ohne Vorwarnung und ohne großes Getöse… (S. 133) In Opas neuem Leben in der „Villa am Kanal“ vollziehen sich reichlich spannende Erlebnisse aber auch wundersame Veränderungen.

Lesende Kinder werden sich ab der ersten Seite mit Pille anfreunden und seine Welt gespannt miterleben –  das Lesen hat auch mir uneingeschränkt Spaß gemacht. Absolut geeignet!

                                                                                         

 Annette Heine

Ein Sams zu viel

 

Text, Einband und Illustrationen von Paul Maar

 

Oetinger

 

Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

 

11-2015  Lovelybooks Leserpreis (Shortlist)

 

Hach, und hach und hach! Ein Sams-Rückblick-Buch. Zum einen in meine eigene Kindheit – was habe ich das Sams geliebt! – und zum anderen in die gemeinsame Vergangenheit von Herrn Taschenbier und dem Sams. Damals war Herr Taschenbier noch Junggeselle und Frau Rotkohl ebenfalls Single. Da tauchte plötzlich ein zweites Sams auf. Das hatte sich Herr Taschenbier versehentlich mit dem allerallerallerletzten Wunschpunkt gewünscht. Und dieses neue Sams ist lieb und nett und schüchtern – und mag keine Wurst. Alles in allem also das absolute Gegenteil vom „richtigen“ Sams. Deshalb wohnt es auch bei Frau Rotkohl und nicht bei Herrn Taschenbier. Dass es da zu allerlei witzigen Verwicklungen kommen muss, kann man sich ja denken …

 

Katia Simon

Klär mich auf

Katharina von der Gathen (Autorin)

Anke Kuhl (Illustratorin)

 

Klett Kinderbuch

 

Altersangabe: ab 8 und für alle

 

Aufklärungsbücher gibt's viele. Auch das von mir als Kind so geliebte *Peter, Ida und

Minimum* ist noch immer auf dem Markt. (In den alten Auflagen ist als

Wandkritzelei ein Hakenkreuz "versteckt". In den neuen Auflagen wurde

das vom Verlag bemerkt und entfernt ...) Aber zurück zum Ringbuch von

Katharina von der Gathen. Mir gefällt neben den Illustrationen der

großartigen Anke Kuhl vor allem die Idee, als Grundlage für das Buch

original-originelle Kinderfragen zu nutzen, die -- mitunter mit

Rechtschreibkreativitäten gespickt -- authentische Wissenslücken

garantieren, und ohne Scheu nach Aufklärung fragen. So wird

beispielsweise formuliert: Was ist eine Nutte?, Ist es nervig, die

Periode zu kriegen?, Kann ein Kind im Bauch furzen? oder: Warum nennt

man die Scheide Muschi? -- Alle Antworten sind kindgerecht, auf

Augenhöhe, offen und sensibel formuliert.

Auf den letzten Seiten des Ringbuchs kann man alle Fragen noch einmal

auf einen Blick sehen und dort weiterlesen, wo man es so richtig

spannend findet. Ich find's super! (und habe tatsächlich bei der Lektüre

noch was gelernt ... ;-) )

 

Katia Simon

 

 

Rick 1

Wie man seine durchgeknallte Familie überlebt
 

Antje Szillat

Comics von Kim Schmidt

 

 

Coppenrath Kinder

Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

 

 

In einer Männer-WG groß zu werden – das hat schon was!! Rick, fast 12 Jahre alt, lebt gemeinsam mit seinem Vater,ein Kriminalpolizist, dessen Freund Wutz, „Undercover-Agent“ bei der Polizei und ihrem Kater Gismo – wegen seiner üblen Katzenfürze häufig „Stinkbombe“ genannt. Seine Mutter hat er leider nie kennengelernt – sie ist gleich nach seiner Geburt gestorben. Aber eine große Hilfe ist ihm oft seine Oma Mary., die nur eine Straße weiter wohnt und die „besten Kartoffelpuffer des ganzen Universums“ brät. Nicht nur er selbst, sondern auch sein Blutsbruder Chrissy findet Ricks Leben einfach genial! Ganz im Gegensatz zu seiner strengen Klassenlehrerin Frau Püttelmayer – von Chrissy als „schlammschleimige Matschkuh“ bezeichnet; sie findet das Leben von Rick in seiner chaotischen WG für bedenklich.

Doch bald ziehen überaus dunkle Wolken auf im Leben des Jungen: sein bester Freund zieht nach Stuttgart ohne es ihm vorher gesagt zu haben, und sein Vater verliebt sich in seine Kunstlehrerin, die einen sohn hat: Finn, laut Rick ein „Oberstreber, totaler Langeweiler und Blödiansohn“. Das Leben ist einfach nur ungerecht! Aber siehe da, auch in dieser negativen Phase gibt es Spannendes, Lustiges und sogar ein großes Abenteuer: und das ausgerechnet mit Finn, der eine tolle Phantasie hat und großen Mut beweist!

Ein überaus spannendes Buch - in das lesende Kinder sich durch eine echte, nicht gekünstelte Sprache und den lustigen Erlebnissen ab der ersten Seite wohl fühlen werden!

Sehr zu empfehlen!                                                                             

 

 Annette Heine

 

Bei Rick ist alles anders. Er wohnt mit Papa und seiner Polizeikollegin in einer WG. Ergänzt wird die WG durch einen pupsenden Kater.

Problematisch wird es als ein Vater sich in eine Lehrerin seiner Schule verliebt, die sich als Vegetarierin herausstellt und zu allem Unglück noch die Mutter eines Mitschülers ist, der immer nur liest und als Streber bekannt ist.

Dann gibt es noch eine schrille Oma einschl. Hund, die regelmäßig die WG heimsucht und einen Freund, der nach Stuttgart zieht.

Rick kann erstaunlich viel für einen 11jährigen, so z.B. Fikallen braten. Diese werden der Freundin untergejubelt.

Zum Schluss stellt sich heraus, dass Finn auf Grund seiner regen Lesetätigkeit viel Phantasie hat und doch ein guter Freund/Bruder zu werden verspricht. Viele Streiche finde ich schon nicht mehr schön. Die kleinen Comics, die die Kapitel begleiten lockern sehr schön auf.

 

Dagmar Mägdefrau

 

Das Buch von allen Dingen
 

Guus Kuijer

Übersetzung aus dem Niederländischen Sylke Hachmeister

Friedrich Oetinger

Verlagsempfehlung: für alle Altersstufen

 

11-2007 Gustav-Heinemann-Friedenspreis
04-2007  Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis, Empf.liste
03-2007 Deutscher Jugendliteraturpreis, Nominierung
03-2006  Buch des Monats AG Kinder- und Jugendliteratur, Wien

 

Würde man die Handlung von diesem Buch einfach nacherzählen, fänden viele es vielleicht zu problembeladen. Deshalb will ich mit der Hauptperson anfangen, dem achtjährigen Thomas, der so viel Fantasie besitzt, dass er selbst und wir mit ihm die Dinge, die er sieht, als Realität erleben. Seinem „Buch von allen Dingen“ vertraut er seine Erlebnisse und Gedanken an.

Auf die Frage, was er später mal werden will, antwortet er: „Ich werde glücklich.“ Solche Sätze sagt Thomas manchmal. Im Glauben einer sehr strengen Sekte erzogen, erlebt er seinen Glauben dagegen sehr lebendig: er spricht mit dem weiß gekleideten Jesus, der vieles, aber auch nicht alles ändern kann. Eine Szene mit Jesus bildet auch den Einband der deutschen Übersetzung und gibt die Atmosphäre des Buches gut wieder.

Dieser ruhige und sanftmütige Thomas wünscht seinem Vater eines Tages alle Plagen Ägyptens an den Hals, denn der Vater schlägt die Mutter und ihn natürlich auch. Wegen jeder Kleinigkeit. Die vom Himmel fallenden Frösche versuchen schon, sich durch den Briefschlitz ins Haus zu quetschen (eine wirklich komische Szene), da bittet die Mutter Thomas, die Plagen wieder zu stoppen. Als der Vater Thomas das nächste Mal schlagen will, stellt sich die Mutter vor den Sohn und leistet Widerstand. Mit der Hilfe von Tanten, Freundinnen, einer klugen Nachbarin und Thomas‘ Schwester schaffen sie es, die Macht des Vaters zu brechen und die Familie für einen normalen fröhlichen Alltag zu öffnen.

Obwohl Guus Kuijer schwierige Probleme darstellt, bleibt das Buch optimistisch und hintergründig humorvoll. Es überfordert seine kindlichen Leser nie und macht Erwachsene nachdenklich.

 

Marie Rose Joos

 

 

Die Hauptperson Thomas lernt durch Zufall eine Nachbarin aus der Straße; Frau Amersfort, kennen, von der viele behaupten, sie sei eine Hexe. Zwischen den beiden baut sich eine harmonische Beziehung auf, weil sie sehr viel Verständnis hat für Thomas besondere Fähigkeit Dinge zu sehen, die nicht real und für andere nicht wahrzunehmen sind. Religiosität wird behutsam eingeflochten durch eine irreale zauberhafte Kontaktaufnahme mit Jesus, und frühe Liebe wird zart eingestreut durch die wachsende Freundschaft mit Elisa, einem einige Jahre älteren und gehbehinderten Mädchen. Starke Familienprobleme mit einem allzu strengen, autoritären Vater, der darunter leidenden Mutter und der mutigen Schwester werden sehr gut dargestellt.

Eine sprachlich gelungene, sehr spannende und ungewöhnliche Geschichte: bemerkenswert der für die LeserInnen gut nachzuvollziehende Alltag mit der ungewöhnlichen Fähigkeit der Hauptperson.

– einfühlsam und sehr berührend! – geeignet für 9-12-Jährige

 

Annette Heine

 

Ich bin Polleke
 

Guus Kuijer

Übersetzung a. d. Niederländischen Sylke Hachmeister

Friedrich Oetinger Verlag auch als eBook

 

Verlagsempfehlung ab 10 Jahre


Das Buch ist das fünfte in einer Serie. Alice Hoogstad hat kleine Zeichnungen dazu beigetragen. Wie auf Zettelchen geschrieben, tauchen im Text immer wieder Gedichte von Polleke auf. Sie dichtet besonders gern auf einem Klappstuhl, den sie in der Nähe von Opas Grab aufstellt.
Es passiert eine Menge in dem Buch: Die 12jährige muss mit den Sprüchen der Leute zurechtkommen, die sie über den Tod Opas hinwegtrösten sollen. Sie lernt, befremdliche Traditionen anderer Kulturen zu respektieren – dass z.B. ihre Freundin Consuelo Getränke und Essen an Opas Grab bringt. Sie ist allerdings nicht immer vom Sinn der Traditionen überzeugt, wenn z.B. die Mädchen ganz selbstverständlich für die Brüder Consuelos das Zimmer wischen sollen. Zuerst ist Polleke irritiert, dann findet sie die Idee aber doch rührend, als Consuelo Kartoffeln auf Opas Grab pflanzt, was Oma dann als Wunder bezeichnet.
Nach den Ferien kommt Pollekes Freund Mimun aus Marokko zurück und schenkt ihr ein Kopftuch, das zu tragen sie einige Überwindung kostet. Daneben gibt es die üblichen Probleme einer Patchwork-Familie. Aber eigentlich klappt alles ganz gut: Polleke liebt ihre Mama und ihren Papa und kommt mit dem Mann ihrer Mutter ganz gut zurecht.
Was Polleke nicht versteht, ist, dass alle Leute etwas glauben. Sie glaubt nicht, dass es einen Himmel gibt und sie glaubt natürlich auch nicht an Allah. Nur Oma meint, dass Polleke sehr gut beten kann (manchmal soll sie das Tischgebet sprechen), auch wenn sie nicht gläubig und der Pastor gar nicht mit ihren Gebeten einverstanden ist.
Das Buch ist wohl in erster Linie für über 10jährige Leser und Leserinnen gedacht. Da die Hauptperson ein Mädchen ist, könnte man es auch als erfrischend untypisches Mädchenbuch bezeichnen.

 

Marie Rose Joos

 

Geschichten vom Astronauten

THiLO (Autor)

Alexander Bux (Illustrator)

Loewe Verlag aus der Reihe Bildermaus


Verlagsempfehlung ab 5 Jahren

Dieses Buch finde ich toll, weil ein Kind namens John davon träumt, ein Astronaut zu werden. Im Buch wird sein Traum wahr. Mit zwei anderen Astronauten fliegen sie mit einem Raumschiff ins Weltall. Sie landen auf dem Mond und nehmen von dort ein paar Steine mit für die Forschung.
Als sie zurückfliegen wollen, begegnen sie einem Außerirdischen. Sie haben gleich ein Foto gemacht, denn der Alien sieht mit seinen 3 Augen und 6 Armen sehr lustig aus. Danach fliegt ein Asteroid genau auf sie zu und schlägt ein Loch ins Raumschiff. John gelingt es, das Raumschiff zu reparieren. Als sie wieder auf der Erde landen, werden die Astronauten groß gefeiert und John wird mit einer Medaille ausgezeichnet.

Ich fand die Geschichte sehr spannend und mit den Zeichnungen konnte ich mir alles gut vorstellen.

Das Buch ist für Leseanfänger gut geeignet.

 

Umaharan N., 10 Jahre

Die Gärten von Dorr
 

Paul Biegel
 

Urachhaus Verlag


Altersempfehlung  ab 8 Jahre

Meine sehr spontane Reaktion in Worte gefasst:
"Ich sitze in der morgendlichen Märzsonne auf dem Balkon und beginne in dem Buch zu lesen, dass ich vorhin aus dem Briefkasten gezogen habe: "Die Gärten von Dorr" von Paul Biegel. Ich tauche lesen lesend hinab in eine Zauberwelt, ich fühle die Angst der Prinzessin "verlier mich nicht" und ich spüre das Drängen in MIR, trotz der Angst weiter zu gehen, um meinen Liebsten "Komm zurück" zu finden. Das Frühlingsgezwitscher der Meisen tönt mir aus dem verwunschenen Wald entgegen - und kommt doch aus dem Garten vor meinem Balkon.
Magische Worte, magische Bilder, Verse, Lieder und Zauberwesen ziehen mich in ihren Bann. Ich möchte bis zur letzten Seite weiterlesen, doch dann wäre der Zauber vorbei.
Um den Zauber zu verlängern, unterbreche ich das Lesen - gehe jetzt erst einmal einkaufen. Aber danach freue ich mich schon auf die nächste Zauberstunde!"

 

Gisela Kühn

Die Zauberstimme
 

Andrea Karimé (Autorin)

Annette von Bodecker-Büttner (Illustratorin)

Picus Verlag GmbH

 

Altersempfehlung ab 6 Jahren


Das zweite Buch der Autorin und Illustratorin.
Hier geht es um Geschichtenteppich, die gemeinsam mit der Hauptperson wunderliche Wege gehen:
Malauwana, Teppichweberin und jüngste Tochter des Teppichzauberers Sahir al Bissat.

Der spannende Verlauf dieser Geschichte ist in der Lage, Kinder anzuregen selbst Geschichten zu erfinden.

In der Geschichte versteckt sind zwei kleine Hinweise auf das erste Buch, was Kinder neugierig machen könnte auch dieses zu lesen.

Ebenfalls zu empfehlen für Grundschulkinder!

 

Annette Heine
 

Kotzmotz der Zauberer
 

Brigitte Werner

Birte Müller Illustration

 

Verlag freies Geistesleben

Verlagsempfehlung: Vorlesen ab 5, selber lesen ab 8 Jahre


Der Zauberer Kotzmotz ist sauer und wütend und daher fürchten ihn alle Tiere. Bis er eines Tages dem kleinen Hasen begegnet. Und wer hätte gedacht, dass gerade das Wort „Monarosadella“ den Bann zwischen dem grummeligen Zauberer und dem kleinen Hasen bricht und sie zu dicken Freunden werden? Aber ob diese Freundschaft auch Bestand hat?

Brigitte Werner behandelt in ihrem Buch zentral das Thema Freundschaft in all seinen Facetten. Was bedeutet es, ein Freund zu sein und muss man unbedingt immer zusammen sein? Wie geht man mit Mut um, mit der Angst, verlassen zu werden, allein zu sein?
Diese Fragen und noch viele andere thematisiert die im Ruhrgebiet lebende Autorin in diesem Buch und eröffnet den Blick auf Antworten, regt gleichzeitig aber auch dazu an, selber zu überlegen.

Besonders besticht das Buch durch seine Sprachakrobatik; Brigitte Werner lässt ihre Protagonisten eine ganze Reihe von neuen, witzigen Wörtern erschaffen, an denen Kinder und Eltern viel Freude haben können, für zu kleine Kinder oder Kinder, die nicht an den Umgang mit Sprache gewöhnt sind, könnten sich die Wortneuschöpfungen allerdings als Hindernis erweisen. Das Buch lädt zum Gemeinsamen lesen, lachen, Worte erfinden und diskutieren ein.

 

Sabine Malischewski

 

Ein himmlischer Platz
 

Guus Kuijer
Übersetzung aus dem Niederländischen: Sylke Hachmeister

Friedrich Oetinger Verlag

 

Verlagsempfehlung ab 10 Jahre


Auf dem Umschlagbild ist ein rothaariger Junge vor einem Spiegel zu sehen – mit einem Spatz auf dem Kopf. Mit dem Spatz, der dem 10jährigen Florian zufliegt, beginnt das Buch. Florian freut sich, denn jetzt ist er etwas Besonderes, der Spatz kommt immer wieder zu ihm zurück.
Auf dem Weg von der Schule lernt er eine alte ebenfalls rothaarige Frau kennen, die verwirrt mit der Gabel die Tür aufschließen will. Florian hilft ihr, ins Haus zu kommen und beschließt, sich um sie zu kümmern. Um einer bedrückten Stimmung keinen Raum zu lassen, verwebt Kuijer die Geschichte von Florian und der Oma mit der Geschichte von Katja, die in Florian verschossen ist. Katja mag die fremde Oma auch sofort, sie ist dabei viel pragmatischer im Umgang und kann viel besser auf ihre Verwirrung eingehen.
Später erfährt Florian auch die Geschichte seines Vogels: Der Spatz fliegt genauso zur Oma wie zu Florian, weil sie den Vogel aus dem Nest genommen und aufgezogen hatte. „Im Großziehen bin ich nämlich gut“, sagt sie. Aber im Alltag nicht mehr, deshalb versuchen die beiden Kinder, mehrmals am Tag für die Oma zu sorgen. Gemeinsam finden sie eine Lösung, als sie merken, dass sie mit der Pflege überfordert sind.

 

Marie Rose Joos

 

Alles von Zackarina und dem Sandwolf


Åsa Lind

Illustrator: Philip Waechter
Übersetzung: Jutta Leukel

Verlagsgruppe Beltz

In der deutschen Übersetzung von Jutta Leukel sind in Åsa Linds „Alles von Zackarina und dem Sandwolf“ drei Bücher mit je 15 Geschichten zusammengefasst. Philip Waechter hat die sparsamen, heiteren Bleistift-Illustrationen beigetragen.
Obwohl der Sandwolf ein großes und gefährlich aussehendes Tier mit spitzen Zähnen und scharfen Krallen ist, fürchtet sich das Mädchen Zackarina nicht vor ihm, denn er jagt nur Mondschein. Er weiß alles, weil er so alt ist, und er beschützt Zackarina und gibt ihr weisen Rat.
Jede einzelne Geschichte macht dem Leser Lust auf das Buch, das Erwachsenen wie Kindern den Spiegel vorhält, ohne den Zeigefinger zu erheben. Ab und zu beantwortet es auch philosophische Fragen.
In „Die unendliche Wurst“ ist es die Unendlichkeit des Universums, die Zackarina Kopfschmerzen bereitet, so lange hat sie schon darüber nachgedacht. Der Sandwolf behauptet dagegen, es gäbe eigentlich nichts, was zu Ende geht. Nicht einmal das Bonbon, das Zackarina gerade heruntergeschluckt hat. Es habe sich nur in etwas anderes verwandelt, sagt der Sandwolf. Als Zackarina versteht, dass nicht nur alle Dinge, sondern auch sie selbst Teil des Universums ist, rennt sie erleichtert und hungrig nach Hause. Beim Abendessen versucht sie ihrem Vater die neue Erkenntnis am Beispiel der Wurst zu vermitteln, die sie gerade aufgegessen hat.
In der Geschichte „Zackarina und der Tod“ sieht das Mädchen nach einem Sturm einen seltsamen Schwan auf dem Meer. Der Sandwolf sagt, dies sei der Tod. Beschützt vom Sandwolf, wagt Zackarina eine Begegnung mit dem Tod, der sich am Strand in einen alten Mann verwandelt hat. „Du bist doch wohl nicht gekommen, um Zackarina zu holen?“ fragt der Sandwolf. „Nein, ich soll einen Hund holen, der Tikko heißt“, sagt der Tod und verschwindet. Zackarina ist erleichtert und traurig zugleich, denn sie kannte den Hund. Auf die Frage, wohin der Tod Tikko bringen werde, weiß auch der Sandwolf keine Antwort, denn das war und bleibt ein Geheimnis.
"Allein zu Haus“ ängstigt sich Zackarina doch ein wenig vor den Geräuschen im leeren Haus, die ihr zum ersten Mal unheimlich sind. So rennt sie zum Strand, zum Sandwolf, der aus den Geräuschen des Kühlschranks, des tropfenden Wasserhahns und der knarrenden Treppe ein Lied macht. Aus einer alten Blechdose wird eine mit Sand gefüllte Rasselbüchse. Singend und sandrasselnd hat Zackarina dann keine Angst mehr, im leeren Haus zu warten.
Obwohl die Geschichten von Åsa Lind auch zum Selberlesen gut geeignet sind, denke ich sie mir vor allem als Vorlesegeschichten, die in kindgemäßer Sprache auch ernste Themen behandeln. Vom Kindergartenalter bis über das Alter von 10 Jahren werden Kinder ihre Freude daran haben.

 

Marie Rose Joos

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