• Ein Huhn kommt selten allein

    Ein Huhn kommt selten allein

    Jowi Schmitz

    Aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Das Huhn, das irgendwie eine Veränderung in Romeos Leben markiert, nennt er Tock. Eines Abends sitzt es plötzlich auf seinem Balkon, genau zu dem Zeitpunkt, an dem Romeo ein wenig Trost gut gebrauchen kann. Denn sein Vater ist schwer krank, seine Mutter kocht streng riechendes „gesundes“ Essen und auch die Jungs in der Schule gehen ihm auf die Nerven.
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    Tock gehört zu den neuen Nachbarn, die ein Zentrum für Wachstum und Entwicklung betreiben. Am nächsten Tag lernt Romeo im Unterricht deren Tochter Jessi kennen. Ohne große Scheu erzählt sie von sich und sogar von ihrer verstorbenen Mutter.
    Jessi wird genau die Freundin, die Romeo in dieser Zeit braucht. Während er verzweifelt versucht, an seinem Vater festzuhalten, noch Dinge mit ihm zu erleben und gleichzeitig Schwierigkeiten hat, über seine Gefühle zu sprechen, ist Jessi da. Mit ihrer direkten und intensiven Art gibt sie Romeo genau das, was er in dieser Phase braucht – auch wenn er selbst das zunächst gar nicht erkennt.
    Ich glaube, jede und jeder braucht in schwierigen Zeiten eine Freundin wie Jessi und generell Menschen, die einfach da sind.
    Besonders berührend ist die Darstellung von Romeos Trauerprozess: sich von jemandem verabschieden zu müssen, der eigentlich noch da ist, aber nicht mehr derselbe wie früher; zu wenig Zeit zu haben; und als Kind kaum Möglichkeiten zu finden, mit dieser Situation umzugehen. Das wird in der Geschichte sehr einfühlsam und bewegend erzählt.
    Ich habe jede einzelne Figur (und jedes einzelne Huhn) ins Herz geschlossen. Für mich bietet diese Geschichte einen sehr empathischen Zugang zum Thema Tod: Sie bringt eine gewisse Leichtigkeit hinein, ohne die Schwere des Themas kleinzureden.

    Raphaela Brosseron

    Romeo, auch Ro genannt, hört eines Abends komische Geräusche auf seinem Balkon. Dort sitzt plötzlich ein Huhn. Es gehört zu den neuen Nachbarn von gegenüber mit der Tochter Jessie, die in Romeos Klasse kommt. Jessie weiß auch, wie es ist, wenn ein Elternteil stirbt. Das ist schrecklich, aber für Romeo ein guter Zufall. Denn sein Vater ist schwer krank und wird bald sterben. Er wünscht sich, noch einmal in der Wüste in Amerika zu stehen. Die beiden freunden sich an und versuchen gemeinsam, Arthurs letzten Wunsch zu erfüllen.
    Sterben und Tod sind in der Gesellschaft immer noch schwierige Themen, vor allem bei jüngeren Menschen. Umso schöner fand ich es, dass sich eine Geschichte genau damit beschäftigt. Als ich das Buch gelesen habe, habe ich gelacht und auch geweint. Es ist so liebevoll, verständnisvoll und in vielen Situationen humorvoll beschrieben, dass ich das Buch sehr empfehlen kann. Die Gedanken und Gefühle sind sehr real dargestellt, und man kann viele Dinge besser verstehen, die man – wenn möglich – lieber weit von sich wegschiebt. Um sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, ist dieses Buch sehr gelungen!

    Katrin Hemmerich
  • Im Namen des Spektakels – Abenteuer: Gedichte

    Im Namen des Spektakels – Abenteuer: Gedichte

    Nils Mohl

    Halinka Kirschner

    Tyrolia

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre

    Kinderlyrik muss keine ernste, langweilige Geschichte sein, dieses Buch zeigt, dass Gedichte auch Spaß machen können. Schon das Cover zeigt uns einige schräge Figuren, einen Vampir und Batman. 
    Am Anfang des Buches können wir einen Gruß vom „Dichterbiest“ lesen und dann geht`s los „Im Namen des Spektakels“.
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    Es tauchen auch immer wieder ein Kind mit Maske und Umhang und ein zotteliges Wesen auf, die mit Sprechblasen versehen kleine Reime absondern. So fragt der Zottel „wann werden piraten es endlich mal kapieren?“ und das Kind antwortet „schatzkarten lassen sich auch laminieren!“ Ich finde, dass ist mal ein echter Tipp an die Freibeuter der Meere. Wisst ihr, was ein „Kauarbeiter“ ist, das ist einer, der ständig Kaugummi kaut. Sehr gut gefallen mir auch die „friedlinge“, kleine Wesen die auf einem „schnuckeligen aterioden“ zu Hause sind und die wie ihr Name sagt sehr friedlich zusammenleben. „zuckerwattenträume“, dieses Gedicht ist ein echter Zungenbrecher so zuckrig ist es. Es gibt auch einige „Quick-Quiz-Rate-Runden“ dessen Lösungen wir hinten im Buch finden. 
    Ihr habe es wahrscheinlich schon bemerkt, in dem Buch wurde auf Großschreibung verzichtet. Die Illustrationen sind einfach wunderbarhumorvoll, schrill und kantig, Die Texte beschränken sich in manchen Zeilen auf ein Wort, trotzdem ist ihre Aussagekraft groß und das Lesen macht einfach Spaß. Ich kann da soviel Witz und Freude spüren, das schreit förmlich nach einem „Nochmal!!!“

    Dagmar Mägdefrau


  • Alle Mucklas einsteigen! 

    Alle Mucklas einsteigen! 

    Sven Nordqvist

    Deutsch von Iris Schubert und Sarah Nünning

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir den Bahnhof und davor den Zug, den der Lokführer anheizt. Wir befinden uns am Bahnhof von Mucklabü und zwei Mucklas sitzen bereits im Anhänger, da kommt das Schwein angelaufen, es will auch noch mitfahren. 
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    Oben im Apfelbaum hängt ein Poster darauf steht „2+1=3“. Am nächsten Bahnhof steigt das Schwein wieder aus und zwei andere Mucklas steigen zu. Auf dem Stein ist die Rechnung zu sehen „3-1+2=4“. Und so geht es weiter, es wird noch ein Wagen angehangen, weil mehr als 10 Mucklas nicht in denn Wagen dürfen. Der Lokführer fragt immer wieder mal nach der Anzahl der Reisenden und als die Zahlen immer größer werden, meldet sich ein Fröhlicher zu Wort und tippt Zehntausend. Der kleine Zug kommt am Ende wieder nach Mucklabü zurück und die zwei Mucklas Plus und Minus, die am Anfang im Wagen saßen, wollen noch eine Runde fahren, so kann das Buch wieder von vorne beginnen.
    Die Illustrationen wirken so vertraut, auch wenn es nicht um einen kleinen Kater, sondern um ungewöhnliche Tiere geht. Die Rechenaufgaben werden immer schwieriger und die Personen zu zählen ist nicht wirklich eine Lösung, dass die Aussteigenden und Einsteigenden nebeneinanderstehen. Ich glaube, mit so netten Reisenden macht das Rechnen richtig Spaß, zumal die Aufgaben ja immer auf den Seiten zu finden sind.

    Dagmar Mägdefrau

  • Alexander

    Alexander

    Ferdinand von Schirach

    Penguin

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Der Autor hat auch die Bilder zu diesem Buch gezeichnet und so sehen wir Alexander mit seinen in alle Richtungen stehenden Haaren auf der Mauer sitzen und angeln.
    Der Vater von Alexander ist eigentlich Tuchhändler, wie alle in seiner Familie, aber noch viel lieber zeichnet er und so hat er seinem kleinen Sohn viele Tiere an die Wand seines Zimmers gemalt.
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    Alexander mag besonders den Elefant und er ist überzeugt, dass der seinen Schlaf bewacht. Doch dann streitet der König von Kaliste, wo die Familie bisher friedlich gelebt hat, mit seinem Nachbarn und so kommt es zum Krieg, indem der Vater stirbt. 
    Die Bürger von Kailste möchten verhindert, dass wieder so ein Tyrann ihre Stadt beherrscht, deshalb möchte sie Gesetzte, die sie davor bewahren sollen. Gemeinsam komme sie auf die Idee, dass nur ein Kinder geeignet ist ein solches Gesetz zu benennen. Nachdem Alexander eine Rätsel lösen konnte, wird er in die Hauptstadt geschickt, um Erfahrungen zu sammeln. Da inzwischen der General des Nachbarreiches eine Frist von sieben Tagen vorgegeben hat, bis sie die Stadt angreifen wollen, eilt die Zeit. Doch Alexander ist ein sehr kluger Junge und er kann sehr gut zuhören und beobachten. So vertrauen ihm die Bürger von Kaliste zu Recht, denn Alexander kann ihnen am Ende sagen, was das Wichtigste Gesetz ist.
    Ich glaube wir können sehr viel von Alexander lernen, auch wir Erwachsenen. Die Erzählung spielt im antiken Griechenland und so begegnen Alexander ein Philosoph, der in einer Tonne wohnt und ein putzendes Orakel. Das faszinierendste aber sind die Schlüsse, die Alexander aus seinem Erleben zieht. Es wäre sehr schön, wenn diese Buch vielen Menschen zeigen würde, wie wichtig es ist Gesetze gegen die Tyrannei einzelner Herrscher anzuwenden und die Demokratie zu stärken.

    Dagmar Mägdefrau

  • Don’t Stop the Music – Unsterbliche Popstars und was sie verbindet    

    Don’t Stop the Music – Unsterbliche Popstars und was sie verbindet    

    Ariana Zustra

    Susanne Harrison

    Mixtvison

    Ohne Altersangabe

    Schon das Cover zeigt ein zweigeteiltes Portrait und so finden auch im Buch immer zwei Künstler*innen die von der Autorin zusammengefügt worden sind. Nach dem Vorwort geht es gleich mit Madonna und Lady Gaga los, die hier als Chamäleons bezeichnet werden, weil sie sich immer wieder neu erfinden. 
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    Aber wir finden auch die Kelly Family neben Ed Sheeran, weil beide ihre Weltkariere mit Straßenmusik begonnen haben. Unter der Überschrift „Größte Konzerte“ wird neben Elvis Presley die Rolling Stones erwähnt. Dazwischen werden „Einflussreiche Alben der Musikgeschichte“ aufgelistet. Die zum Club 27 gehörenden viel zu früh verstorbenen Stars wie Janis Joplin und Amy Winehouse. Die Supremes und die Spice Girls, die es auch in auf die Leinwand geschafft haben, sind genauso gut vertreten, wie Michel Jackson und Beyoncé, die von ihren Vätern gepusht wurden. Weiter hinten treffen wir auf die deutschen Gewinnerinnen des Eurovision Songconteste, Nicole und Lena. 
    Das Buch umfasst wirklich alle Popgrößen vom Roch ´n Roll über Countrymusik bis hin zum Hiphop und Latin-Pop. Da wird von Betrügereien berichtet und von Covervisionen die bekannter wurden als das Original. Daneben gibt es Seiten über kuriose Fakten und das größte Wohltätigkeitskonzert.
    Die kleinen biografischen Texte über die Künstler*innen lassen sich sehr gut lesen und die Illustrationen sind schrill, bunt und poppig und damit passen sie hervorragend zum Thema.

    Dagmar Mägdefrau


  • Fische sind Scheiße  

    Fische sind Scheiße  

    Christian Linker

    dtv

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Till lebt seit dem Tod seiner Oma mit seinem süchtigen Vater zusammen. Zum Glück gibt es Flocke, eine riesigen Irischen Wolfshund, denn trotz seiner 11 Jahre gut versorgt. Doch dann fällt sein Vater ins Koma und Tills Welt wird eine andere. 
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    Er kommt in eine Wohngruppe für Jugendliche und Pawel, mit dem er ein Zimmer teilt, erweist sich als guter Freund. Doch Flocke kann nicht dort wohnen und muss ins Tierheim. Als Till ihn dort besuchen will, erfährt er, dass Flocke vermittelt wurde. Für Till bricht eine Welt zusammen, er wütet und kann sich kaum beruhigen. Um seinen Hund zurück zubekommen machen sich Pawel und Till auf einen Roadtrip an die Holländische Küste. Eine spannende Zeit für die beiden, die beinahe schlimm endet.
    Erfindungsreich schlagen sich die beiden Jungen nach Holland durch und lernen sich dabei sehr gut kennen. So einen guten Freund wie Pawel hatte Finn noch nie. So sind die beiden sehr zufrieden mit der Unterbringung in der Wohngruppe, die Erzieherinnen und Erzieher sind sehr engagierte Menschen, die in den Jugendlichen das Individuum sehen.
    Ein spannendes Buch, dass uns Einblicke in das Leben Jugendlicher gibt, die nicht in ihren Familien leben können.

    Dagmar Mägdefrau
  • Narbenmädchen 

    Narbenmädchen 

    Lilly Bogenberger

    dtv

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Die 15 jähre Lara landet, weil sie sich immer wieder ritzt in einer Kurklinik für verhaltensauffällige Jugendliche. Natürlich hat sie auch hier Rasierklingen eingeschmuggelt, doch dann blutet sie so sehr, dass sie in eine Notaufnahme muss und ihr von Seiten der Leitung der Klinik gedroht wird, dass sie, sollte noch einmal auffallen, in eine Psychiatrische Klinik eingewiesen wird. 
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    Im Laufe der Geschichte lernen wir einige der anderen Jugendlichen und ihre erschreckenden Schicksale kennen. Der so gemütlich wirkende Neo hat schon einige Selbstmordversuche hinter sich und der zarte Finn betäubt sich mit Haschisch. Die Gruppentherapie nervt und überhaupt fühlen sich die Jugendlichen nicht von den Therapeuten verstanden. Sie finden, ihnen wir nicht, wie erwartet geholfen. So kommt es, dann am Ende, nach vielen Abstürzen die drei Freunde sich selbst therapieren.
    Ich fand das Lesen dieses Buchen schon belastend, es gab viele Abgründe, in die ich hineingeblickt habe. Deshalb möchte ich das Buch auch nur unter dem Vorbehalt empfehlen, dass die Lesenden psychisch stabil sind oder zumindest ihre Gedanken mit anderen teilen.
    Der Schreibstil, der die Geschichte aus Sicht der Lara erzählt ist sehr gut zu lesen und es ist immer wieder spannend, wie sich alles entwickelt.

    Dagmar Mägdefrau

  • Der Schmetterling   

    Der Schmetterling   

    Kirsten Hall

    Isabelle Arsenault

    Übersetzt von Anna Schaub

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Auf dem Cover sehen wir den Schmetterling, dessen kurzes Leben in diesem Sachbilderbuch beschrieben wird. 
    Zarte Planzen sind zu sehen und man muss schon genau hinschauen, um das kleine Stück Schmetterlingsflügel zu entdecken.
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    Doch dann sehen wir ihn in seiner ganzen Pracht auf einem grelle gelbgrünen Hintergrund. Dies Schmetterlingsdame legt ihr Ei auf der nächsten Seite auf ein Blatt und wir können die Entwicklung zur Raupe beobachten. Schon bald wird sie größer und dicker und sucht dann nach einem Ort, an dem sie sich verpuppen kann. So hängt sie sich an einen Ast und wir sehen alles Stadien, die sie durchläuft, um als Schmetterling wegflattern zu können. So macht der wunderschöne Schmetterling sich auf Nektar zu finden und selbst Eier zu legen. Erst danach trifft unser Schmetterling auf ein zweites Exemplar und die beiden tanzen und wirbeln im Liebesrausch durch die Blumen. Da stimmt doch etwas mit der Reihenfolge nicht. Dann auch danach legt sie wieder Eier und dann können wir viele Schmetterlinge bewundern und die Bilder sind sehr eindrucksvoll gezeichnet. 
    Der gereimte Text erzählt uns vom Leben der Schmetterlinge und die genauen Illustrationen zeigen und die Entwicklung und die Schönheit diese zarten Tiere. Ein sehr informatives Sachbuch mit zarten Bildern, dass naturinteressierte Kinder sicher immer wieder anschauen werden.

    Dagmar Mägdefrau
  • Schluss. Aus. Basta!   

    Schluss. Aus. Basta!   

    Nina Wehrle

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Das Format dieses Bilderbuches ist schon besonders, es kommt ganz schmal und hoch daher und zeigt drei Hunde und oben im Baum ein Eichhörnchen.
    Da sitzen die drei Hunde hintereinander und fordern das Eichhörnchen, das auf einem Ast relaxt, auf mit ihnen zu spielen.
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    Während es sich zwei der Hunde am Boden gemütlich machen, streckt sich einer am Stamm hoch, „Jetzt komm schon…“ Dann machen zwei Hunde ein Würstchen, was sicher alle Kinder erfreuen wird, und versuchen damit das Eichhörnchen zu zwingen herunterzukommen. Jetzt ist das Eichhörnchen erbost und „schießt“ mit Nüssen. „Entweder du spielst mit uns oder wir finden dein Nuss-Versteck.“ Drohen die Hunde und buddeln schon los. Erstaunlich, was sie alle dort finden, doch das Eichhörnchen lockt sie von seinen Schätzen weg. So geht es immer weiter mit Drohungen und Erpressungen bis die Hundebesitzer*innen auftauchen. 
    Wer kennt sie nicht die Sprüche, die mit „Entweder“ beginnen und mit einer Drohung oder einem Versprechen enden? Hier geht es lustig zwischen den Tieren hin und her. Die Illustrationen sind geprägt von den hohen schlanken Baumstämme und dem grellen Grün. Die Texte sind sehr kurz und sie werden durch Geräusche ergänzt. Ein ungewöhnliches Buch mit viel Humor.

    Dagmar Mägdefrau
  • Schicke Hunde  

    Schicke Hunde  

    Tini Malina

    NordSüd

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Der rote Hund auf dem Cover tragt eine karierte Schirmmütze und eine Fliege. Natürlich schaut er sich gerne im Spiegel an und seine Frisur muss immer gut liegen, selbst seine Dressur ist elegant, dazu sehen wir ihn im rosa Tütü auf einem grünen Ball balancieren. 
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    Sie tragen „Fesche Bänder“ und haben Terminkalender. So erfahren wir einiges über schicke Hunde, doch auch sie zerbeißen mal einen Schuh oder beriechen sich am Po.
    Ganz kurze Sätze reimen sich über die Seiten hinaus die Illustrationen sind sehr sparsam angelegt, so gibt es nur wenige Farben und im Gesicht des Hundes dominieren die Augen. Trotzdem wird alles verständlich dargestellt und das Vorlesen macht sicher auch kleineren Kindern Spaß.

    Dagmar Mägdefrau

  • Picknick mit Dino   

    Picknick mit Dino   

    Britta Sabag

    Marta Balmaseda

    annette betz

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Das Cover zeigt uns die Geschwister und den freundlichen Dino auf der Picknickdecke im Garten und das Sandwich ist wirklich riesig!!!
    Die erste Doppelseite wird den meisten Kindern vertraut sein, denn so sieht es in vielen Haushalten aus in denen die Eltern Homeoffice machen. Papa telefoniert und Mama sitz am Laptop.
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    Die Kinder decken schon den Tisch, als es klingelt. Als dann noch ein Riesenauge durch den Spion zu sehen ist, öffnen sie die Tür und ein freundlicher Dino steckt seinen Kopf ins Haus. Zuerst sind die Eltern sehr ungläubig, staunen dann aber nicht schlecht. Da der Dino wohl hungrig erscheint, geht es zum Picknick in den Garten. Hier frisst der ungeladene Gast alles auf und die Familie muss wieder ins Haus um einen „Rumfort-Auflauf“ zu kochen. Dieses gemeinsame Kochen mach der Familie so viel Spaß, dass sie gar nicht bemerken, dass der Dino wieder fort ist.
    Meine Enkelin war begeistert von der Geschichte, vielleicht hofft sie, dass wenn Mama und Papa arbeiten müssen auch einmal ein Dino bei ihnen schellt. Eine wundervolle Idee eine Familie zu einer gemeinsamen Aktion zu bekommen und Dinos lieben ja fast alle Kinder. Die Bilder sind sehr schön gezeichnet und zeigen z.B. das Erstaunen hervorragend. Ein echter Bilderbuchspaß.

    Dagmar Mägdefrau
  • Dürfen Elefanten mit dem Bus zu ihren Tanten?

    Dürfen Elefanten mit dem Bus zu ihren Tanten?

    Patricia Cleveland-Peck

    David Tazzyman

    Aus dem Englischen übersetzt von Juri Johannson

    Kraus Verlag

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Das Cover zeigt uns schon, dass Elefanten nicht gut im Bus fahren können, und die erste Doppelseite zeigt uns, was noch zu sehen ist, wenn ein Elefant versucht in einen roten Doppeldecker zu steigen. „Elefantenhintern sind groß und schwer – wo sich so einer hinsetzt, sitzt später keiner mehr.“ 
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    Es wird auch gewarnt Affen in einen Einkaufswagen zu setzten, zumindest kaufen sie nur Obst ein. Obwohl der Tiger zeitunglesend ganz brav auf dem Poster sitzt, sollte er nicht im Zug reisen, damit er niemanden verspeisen kann. Was mit einem Seehund am Steuer eines Taxis geschieht, zeigt die nächste Seite. Der Tausendfüßler hingegen tut sich schwer mit dem Anziehen seiner Rollschuhe. So geht es noch mit einigen Tieren und ihren Fortbewegungsmitteln, die nicht für sie gemacht sind. So bleibt ihnen am Ende die Frage, wie sie denn reisen sollten und die Antwort wird euch genauso wie mich erstaunen. 
    Ich empfinde die Auswahl der „Fahrzeuge“ nicht wirklich konsequent. Wenn es ums Verreisen geht, komme ein Einkaufswagen oder Rollschuhe nicht in Frage und auch die Lösung, mit der Achterbahn zu fahren ist kaum zielführend. Aber da das Buch sehr englisch ist, mag es sich da auch um englischen Humor handeln. Die Illustrationen zeigen ebenfalls einige witzige Details, so feilt die Kassiererin mit den rosa Lockenwicklern ihre Nägel und wer steht da am Straßenrand mit seinen Corgis? Very british!

    Dagmar Mägdefrau

  • Spiel des Lügners – Schattenbrüder-Dilogie, Band 1

    Spiel des Lügners – Schattenbrüder-Dilogie, Band 1

    Jessica S. Olson

    Anja Hansen-Schmidt (Übersetzerin)

    Fischer Sauerländer

    Ab 14 Jahre

    Lola St. James und ihr Boss, Enzo der Dieb, versuchen seit 4 Jahren, die Mondscherbe aufzuspüren. Dieses besonders mächtige Zauberartefakt haben Enzo und sein Bruder Nic, der Lügner, aus dem Tempel von Aethera gestohlen. 
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    In dieser Nacht benutzte der Lügner die Mondscherbe, um seinen Bruder zu verfluchen. Seitdem versucht Enzo sie zurückzubekommen, um durch ihre Zerstörung von dem Fluch befreit zu werden. 
    Die letzte Spur, die Lola und Enzo verfolgen, führt in das Casino des Lügners, den einzigen Ort in Aethera, den der Dieb nicht betreten kann. So ist Lola auf sich allein gestellt. Sie wird an dem mehrtägigen Würfelturnier des Lügners teilnehmen und die Zeit als Gast nutzen, um nach der Mondscherbe zu suchen. Problematisch ist nur der Wetteinsatz, den die Turnierteilnehmer leisten müssen – nämlich ihre gefährlichsten Geheimnisse. In Lolas Fall, dass sie die totgeglaubte Tochter eines berüchtigten Gangsters ist.

    Das Buch zieht einen bereits auf den ersten Seiten geradezu magisch in die Geschichte rein. Gleichzeitig braucht man etwas Zeit, um sich auf diese fantastische Welt, die Jessica Olson entworfen hat, einzulassen und sie in ihrer Komplexität zu verstehen, zumal viele Aspekte nur angerissen sind. Am besten gönnt man sich gerade zu Beginn ausreichend Lesezeit am Stück.

    Lola, die sich nichts so sehr wünscht, Mitglied von Enzos Bande zu werden, entdeckt im Laufe des Turniers ihre eigenen Kräfte und emanzipiert sich von Enzo. Betrachtet sie noch zu Beginn des Turniers den Lügner als Feind, kann sie sich im Laufe der Zeit seinem Charm nicht entziehen und verliebt sich in den Nic, der hinter der Fassade des glatten und charmanten Casinobetreibers auftaucht. Ein typischer Fall von From-Enemies-to-Lovers. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Lola und Nic, was uns als Leser*in vor allem Einblicke in das Gefühlschaos der Protagonisten ermöglicht.

    Das Buch ist toll gestaltet – Cover, Pageoverlay und Farbschnitt. Ein echter Hingucker und so passend zu dieser mitreissenden Romantasy mit ihrem faszinierend Setting in einer Welt voller Illusionen. Ich freue mich schon auf den zweiten Band dieser Casino-Dilogie, der hoffentlich alle meine offenen Fragen beantworten wird. 😃

    Beate Böhm

  • Stopp-Schutz-Schild – Familie Weißbescheid – Band 3

    Stopp-Schutz-Schild – Familie Weißbescheid – Band 3

    Dr. med. Konstantin Wagner

    RiWi Verlag

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Die Kinder auf dem Cover halten ihre Hände abwehrend hoch und zeigen uns damit „Stopp!“
    Auf der ersten Doppelseite sehen wir einen dörflichen Marktplatz mit vielen kleinen Menschen, die meisten gehen zur Eisdiele und so endet der Text mit der Frage „Magst du auch Eis?“
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    Auch die Familie Weißbescheid ist hier unterwegs und Lasse und Mathilda zieht es zum Brunnen. Da Mathilda nicht auf die Mauer klettern kann, möchte ein Mädchen ihr helfen und greift sie unterstützend an den Po. Da ruft Lasse „Stopp!“ und erklärt, dass man nicht einfach einen anderen Körper berühren darf, zur Unterstützung seiner Aussage hält der die Hand mit der Handfläche zu dem Kind hoch. Inzwischen haben die Eltern Eis geholt und alle setzten sich auf eine Bank. Da taucht Tante Magda auf und will Lasse einen Kuss geben. Auch hier findet der „Stopp-Schutz-Schild“ Anwendung. Es folgt eine Erklärung, die der Tante einleuchtet. 
    Dieses Pappbilderbuch zeigt anschaulich und kindgerecht, dass nur wir entscheiden, was mit unseren Körpern geschieht und dass wir lernen müssen das „Stopp-Schutz-Schild“ gegenüber anderen anzuwenden. Nur so werden unsere Kinder selbstbewusst und werden später die Worte „Stopp“ und „Nein“ anwenden. Es geht aber auch um Gefühle, darum um Hilfe zu bitten und um einen liebevollen Umgang miteinander. Klare Illustrationen unterstützen die wichtigen Aussagen.
    In jedem Buch dieser Reihe gibt es QR-Codes mit Erklärungen für die Erziehenden.

    Dagmar Mägdefrau

  • Expedition nach Genitalien – Familie Weißbescheid  

    Expedition nach Genitalien – Familie Weißbescheid  

    Dr. med. Konstantin Wagner

    RiWi Verlag

    Verlagsempfehlung ab 18 Monate

    Das Cover zeigt Lasse und Mathilda, die Kinder der Familie Weißbescheid, sie sind unbekleidet und es geht ja auch um ihre Genitalien. 
    Die kleine Familie macht einen Spaziergang durch den Wald, als die Kinder plötzlich Pipi müssen. Mama hält ihre Tochter ab, während Lasse, der noch eine Windel trägt im Stehen pinkelt.
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    Zu Hause sehen wir Mama auf der Toilette sitzen. Den Kindern wir erklärt, wie sie sich nachher abwischen können. Danach wird Mathildas Vulva mit Wasser gereinigt. Neben Mamas Erläuterungen zeigen uns die Bilder genau, wie wir das machen müssen. Zum Thema Penis und Vulva gibt es noch erklärende Zeichnungen, die auch auf die Verschiedenheit der Körper hinweist und hinten im Buch sehen wir die ganze Familie unbekleidet. Mir gefällt, dass Marie etwas rundlicher gezeichnet ist. 
    Diese Pappbilderbuch erklärt schon kleinen Kinder genau unsere Körper, erklärt die Hygiene und daneben erleben wir eine Familie, die liebevoll miteinander umgeht. Empfehlenswert für eine frühe Aufklärung und das Kennenlernen unserer Genitalien.
    In jedem Buch dieser Reihe gibt es QR-Codes mit Erklärungen für die Erziehenden.


    Dagmar Mägdefrau

  • MitMenschen – Familie Weißbescheid

    MitMenschen – Familie Weißbescheid

    Dr. med. Konstantin Wagner

    RiWi Verlag

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahren

    Mathilda und Lasse stehen auf einem Baumstumpf und im Hintergrund sind einige Menschen zu sehen. Diesmal geht es darum „Fremden und Bekannten sich zu begegnen.“
    Während Mama und Mathilda Kastanien sammeln, fährt Lasse mit seine Rad durch eine Pfütze.
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    Als er sein Rad abstellt, spricht ihn der Parkwächter an. Diesen Mann kennt Lasse zwar, doch als er mit ihm zum Radaufstellplatz gehen möchte, geht Lasse nicht mit. Erst muss er seine Mama fragen. Als Mama dazu kommt, ist ihr die Situation nicht geheuer und deshalb fasst sie Lasse zu fest an der Schulter, so das er sich später bei ihr beschwert. Die Mutter nimmt das sehr ernst und entschuldigt sich bei ihrem Sohn. Mama versucht zu erklären, dass man durchaus grüßen darf, aber trotzdem vorsichtig sein muss. Mathilda erzählt davon, wie die der Postbotin die Türe geöffnet hat. Im zweiten Teil des Buches möchte Tante Magda unabgesprochen Lasse aus der Kita abholen. Später werden Kastanienmännchen gemacht und in einem kleinen Rollenspiel geht es um das Thema „Geheimnisse“. 
    Ganz hinten im Buch gibt es eine gemeinsame Übung, bei der es um Situationen geht. Das Thema, das in diesem Pappbilderbuch besprochen wird, ist nicht einfach zu erklären, denn man kann leider den Menschen nicht ansehen, was sie mit dem Kindern machen werden. Da heißt es sensibel damit umgehen und hier werden anhand von Beispielen einige Situationen dargestellt. In ersten Linie ist es wichtig die Kinder zu sensibilisieren und da kann uns dieses Buch sehr gut unterstützen.
    In jedem Buch dieser Reihe gibt es QR-Codes mit Erklärungen für die Erziehenden.

    Dagmar Mägdefrau

  • Ein Jahr im Muminhaus

    Ein Jahr im Muminhaus

    Inspiriert von den Werken von Tove Jansson

    Filippa Widlund

    Aus dem Englischen von Bernd Stratthaus

    annette betz

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Schon diese Aufmachung diese Buches ist kaum zu toppen, man öffnet die kleine grüne Schleife an der Seite des Buches und dann kann man das Buch zu einem runden dreidimensionalen Karussell auseinanderklappen. Mit dem Band wir es dann fixiert und wir können es drehen und anschauen. 
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    Zunächst wird es Frühling und Mümmla und ihr 34 Kinder kommen zu Besuch. Mumin wartet auf den Schlüpferich. Im Laufe des Frühlings wird aus den Pflanzen ein Dschungel, den wir vorne sehen, weiter hinten im Haus wird vorgelesen. Es wird Mittsommer und alle feiern und sitzen essend um den großen Tisch. Dann wird es Herbst und der Dampfkochtopf steht auf dem Herd, um Marmelade einzukochen. Die warmen Erdfarben werden kühl und der Winter kommt. Auf dem letzten Bild sehen wir einen Tannenbaum.
    Die Texte sind immer sehr kurz und beziehen sich auf die jeweilige Jahreszeit. Es werden einige Namen genannt, die Muminkenner sicher besser zuordnen können als ich. Alle Illustrationen sind sehr schön gestaltet und sie kommen dadurch, dass wir sie in mehreren Schichten sehen können, besonders gut zur Geltung. Ein zauberhaftes Buch in dem es sehr viel zu entdecken gibt.

    Dagmar Mägdefrau

  • Das Neinhorn ABC

    Das Neinhorn ABC

    Marc-Uwe Kling

    Astrid Henn

    Carlsen

    Verlagsempfehlung ab 3 Jahre

    Dieses Buch wird allen Neinhorn-Fans begeistern, denn hier treffen wir viele Bekannte wieder. Schon das Cover zeigt uns das Neinhorn mit einem ABS-Schild.
    Und dann starten wir mit dem A!
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    Der ABÄR mit seinem ständigen „Aber, aber…“ ist hier zu sehen. Natürlich ist bei B der BIBBER, dem immer kalt ist abgebildet. „Immer lockeer bleiben“ fordert und bei C das ChinCHILLMAL auf. Der PLAPPERgei ist bei P unterwegs und ein UNFAIkel sehen wir bei U.
    Kleine spaßige Kostproben aus diesem besonderen und sehr witzigen ABC. Keine Ahnung, ob die Kinder das Alphabet so lernen, aber sie werden Spaß haben und hin und wieder laut lachen und das ist ja auch etwas sehr schönen, oder?
    Klein, witzig und mit gewohnt tollen Bildern, auch ein hervorragendes Mitbringsel.

    Dagmar Mägdefrau