• Happiness Falls

    Happiness Falls

    Angie Kim

    Aus dem Englischen von Wibke Kuhn

    hanserblau

    Verlagsempfehlung junge Erwachsene

    Mia erzählt die Geschichte über das rätselhafte Verschwinden ihres Vaters. Ihr jüngerer Bruder Eugene, der aufgrund einer Autismus-Spektrum-Störung nicht sprechen kann, kehrt allein von einer Wanderung mit seinem Vater zurück. Niemand weiß, was passiert ist oder kann Hinweise auf den Verbleib des Vaters geben. Nachdem Mia, ihr Zwillingsbruder und ihre koreanische Mutter ihn zunächst erfolglos suchen, wird die Polizei eingeschaltet. Schon bald gerät Eugene ins Visier der Ermittlungen und wird verdächtigt, seinem Vater etwas angetan zu haben.
    mehr oder weniger lesen
    Das Buch ist aus Mias Ich-Perspektive geschrieben. Dadurch erlebt man ihre Gedanken und Gefühle in den einzelnen Situationen hautnah mit und taucht unmittelbar in die Probleme und Spannungen innerhalb der Familie ein. Gleichzeitig erfährt man viel über die Autismus-Spektrum-Störung sowie das Angelman-Syndrom, das mir vor der Lektüre ehrlich gesagt noch völlig unbekannt war.
    Die Handlung baut nach und nach einen gelungenen Spannungsbogen auf, der bis zum Ende bestehen bleibt. Mehrere unerwartete Wendungen sorgen dafür, dass man bis zuletzt nicht ahnt, was tatsächlich passiert ist.
    Besonders gut gefallen hat mir außerdem, dass das Buch die Bedeutung verbaler Kommunikation in unserem Alltag thematisiert. Es zeigt eindrücklich, wie Menschen, die aus physiologischen und nicht aus kognitiven Gründen nicht oder nur eingeschränkt sprechen können, häufig unterschätzt werden. Aufgrund von Vorurteilen wird ihnen oft fälschlicherweise eine geringere Intelligenz zugeschrieben – sei es wegen einer physiologische Behinderung oder aufgrund sprachlicher Barrieren.
    Insgesamt ist das Buch ein spannender und zugleich gesellschaftskritischer Roman, der nicht nur mit seiner Geschichte überzeugt, sondern auch zum Nachdenken über Vorurteile, Kommunikation und den Umgang mit Menschen mit Behinderungen anregt.

    Katrin Hemmerich
  • Ein Tag mit den Grems

    Ein Tag mit den Grems

    Hayley Schrader

    Kathrin Fehrl

    Oetinger

    Verlagsempfehlung ab 2 Jahre

    Das Cover zeigt eine fröhliche junge Mama mit ihren zwei monsterartigen Kindern in einer liebevollen Umarmung. Sowohl auf der ersten Seite („Sie liebt uns“) als auch auf der letzten Seite („Weil wir uns so unendlich liebhaben“) wird über die Liebe gesprochen, die die drei verbindet.
    mehr oder weniger lesen
    Heute ist „Grem-Tag“, denn Grem nennen sich die kleinen zotteligen Gestalten. Sie sind meist laut und oft frech steht auf den Klappen darunter ist das Gegenteil zu lesen. Der Tag beginnt um 5:12 Uhr und damit Mama noch ein Augen zumachen kann, erlaubt sie den beiden „Schokobrot ohne Brot“ zu essen und unter der Klappe wird eine Schokocreme aus dem Glas gelöffelt. Da die Grems das Wohnzimmer zu ihrem Zimmer machen sieht es entsprechend aus, denn an Grem-Tagen gilt ihr Ordnungsverständnis. Schaut besser nicht in den Schrank. Auch die Küche machte eine schlimmen Eindruck. Trotzdem geht es dann noch ins Schwimmbad, das gehört auch zum Grem-Tag. Auf dem Rückweg wird im Auto ein englisches Lied angestimmt, warum kein deutschsprachiges, dass ich auch singen könnte? 
    Da wird wohl ein Tag geschildert, den sich Kinder vielleicht wünschen könnten, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie so ein Chaos wirklich glücklich macht. Für mich wäre es kein Liebesbeweis ihnen alles Wünsche zu erfüllen. Aber vielleicht bin ich zu alt für diese Art mit Kindern umzugehen. Ein fröhliches Buch mit vielen bunten schönen Illustrationen. Ich werde allerdings nicht so richtig warm mit diesem Pappbilderbuch.

    Dagmar Mägdefrau
  • Papa    

    Papa    

    Christian Robinson

    Aus dem Englischen von Katharina Naumann

    Von Hacht Verlag

    Leseempfehlung ab 4 Jahre


    Recht einfach kommt das Cover mit dem weißen Hintergrund und dem Pinguinpapa mit Kind daher. Allerdings glänzt alles wunderschön lackiert und fällt dadurch auf.
    Zunächst werden unterschiedliche Tierväter vorgestellt. Die erste Doppelseite zeigt einen Gorilla mit seinem Kind, zu lesen ist „Papa ist stark“, danach liegen die Jungen beim Fuchs „Papa ist lieb“ seht daneben.
    mehr oder weniger lesen
    Der graue Gibbon hat sich von seinem Jungen abgewandt, der die Pfote nach ihm ausstreckt und „Papa lässt dich manchmal im Stich“ lautet der Text. Nach dem Wolf, der „eine Geschichte erzählt“ wechseln die Bilder und es werden Menschen gezeigt. „Papa wischt die Tränen ab“ zeigt einen Vater im Rollstuhl, der seinen mit dem Rad gestürzten Jungen tröstet. Danach träumt Papa vom größer werden des Kindes. Zum Schluss gibt es einen Sachtext zu den Tierpapas. Da lesen wir beim Gibbon, dass er sich noch mehr um die Kinder kümmert als die Mütter. 
    Das Buch zeigt sehr zärtliche Bilder, die die Nähe der Väter zu ihren Jungen abbilden. Sie beschränken sich ebenfalls wie die kurzen Sätze auf das Wesentliche. Obwohl mir die Aussage klar ist, fehlt mir ein wenig der rote Faden und eine Aussage. Wie ich am Beispiel des Gibbon beschrieben habe, finde ich eine solche Aussage beunruhigend, auch wenn sie durch die anderen aufgehoben wird.

    Dagmar Mägdefrau

  • Feuerwehr im Rettungseinsatz!

    Feuerwehr im Rettungseinsatz!

    Julia Boehm

    Michael Stapper

    Arena

    Leseempfehlung ab 5 Jahre

    Hier werden die Vorschulkinder angesprochen, besonders die, die schon gerne selber lesen wollen. Das können sie hier üben, weil einige Worte im Text durch kleine Bilder ersetzt wurden. Hinten im Buch gibt es ein Wörterbuch, hier können die Vorlesenden den richtigen Begriff für die Bilder finden. 
    Wir starten in Leons Kinderzimmer, hier spielt er mit seinen Bauklötzen und da er später Feuerwehrmann werden will, rast die Feuerwehr über den Spielteppich.
    mehr oder weniger lesen
    Als sein Hund Luna zwischen die Bausteine springt und alles kaputt macht, ist Leon zuerst sauer, aber dann sieht er, dass es draußen brennt. Er holt seinen Vater aus der Küche und der ruft sofort die Feuerwehr an. Dann gibt es einen Szenenwechsel zur Feuerwehr, hier sausen die Männer zum Auto und es geht mit „Tatütata“ los. 
    Hinten im Buch gibt es noch Rätsel, die leicht zu lösen sind, wenn man gut aufpasst beim Vorlesen. Die vielen bunten Bilder zeigen realistisch die Situation und der Text ist gut zu lesen. Die Erzählung zeigt sehr gut, was geschieht, wenn das Gartenhäuschen plötzlich brennt und ein besonderer Augenmerk gehört der Hündin Luna.

    Dagmar Mägdefrau
  • King Karnickel – Die Suche nach dem Druffenschaf

    King Karnickel – Die Suche nach dem Druffenschaf

    Markus Orths

    Sara Garbers

    Loewe

    Verlagsempfehlung ab 5 Jahre

    Vergissmeinnicht so heißt das Land in dem King Karnickel sein Schloss hat. Dort lebt er mit seinem Diener Lothar von Kuschel. Die beiden haben noch nie dieses Schloss verlassen und ihr Tagesablauf verläuft immer gleich. Aber nachdem die beiden alle Spiele gespielt haben, aus dem nie benutzen Thron taucht eine Blume auf. Auf den Blättern ihrer Blüthe stehen Buchstaben und wenn sie sie abwirft, sind wundersame Worte, wie „Flokati Hopso“ zu lesen. 
    mehr oder weniger lesen
    Einer der beiden nennt dann das Wort, was ihm spontan dazu einfällt, wie „Trampolinläufer“ und in den verwandeln sich die Buchstaben. Doch dann entsteht das Wort „Druftenschaf“ und diesmal wird es sehr dramatisch. Denn unsere beiden Helden müssen das Schloss verlassen und nach diesem Schaf suchen. 
    Wir können ihren Weg anhand der Karte vorne im Buch nachvollziehen und schon die dort gennannten Landschaften zeigen, dass ein spannendes Abenteuer ansteht. King Karnickel und sein Diener siezen sich und King Karnickel wünscht auch keinen Körperkontakt, obwohl Lothar von Kuschel, wie schon sein Name sagt, gerne kuscheln möchte. Die Abenteuer, die sie beiden bestehen müssen, sind schon sehr gefährlich und zeugen von der großer Fantasie des Aurors. Das Ende ist dann doch etwas überraschend und es gefällt mir total gut. Die Bilder zeugen ebenfalls von einem großen Fantasiereichtum. Alle ein wenig verrückt, aber liebenswert.

    Dagmar Mägdefrau
  • Sommergeschichten aus dem Glockenhof

    Sommergeschichten aus dem Glockenhof

    Christine Schniedermann

    Frau Annika

    arsEdition

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Schon das Cover ist wundervoll gestaltet, es wirkt dreidimensional durch den aufgetragenen Lack. Es gibt uns einen Eindruck von dem schönen alten Haus, seinen Bewohnern und wie liebevoll die Illustrationen gestaltet sind.
    mehr oder weniger lesen
    Zunächst lernen wir die Familie kennen, die uns in allen Geschichten begleitet. Die sechsjährige Mia steht im Mittelpunkt der Familie, neben Mama und Papa gibt es noch den großen Bruder Till und den kleinen vorwitzigen Paul. Nebenan wohnt Mia Freundin Hazel mit ihrer Familie. Eine besonders nette Nachbarin ist Miraim, die einmal sogar für die Kinder eine Schnitzeljagd zusammenstellt. 
    In 20. Geschichten wird vom Sommer erzählt, beginnen mit vielen Kirschen, die verarbeitet werden müssen, von einem Sommerfest, das fast ins Wasser fällt, einem Geburtstag der lila ausgestattet ist, von einer netten alten Dame, die findet, dass man für Einhörner nie zu alt ist. Was ich sehr beruhigend finde. Der Garten wird zu „Gartalien“, es geht mit Opa Knut auf den Bauernhof, mit Mama und Papa zum Schwimmen und in die Stadt und die Kinder übernachten draußen in einem Zelt.
    Die Kinder vom Glockenhof erleben einen wundervollen, erlebnisreichen Sommer mit tollen Eltern und Nachbarn. Sicher ist das ein wenig „Heile Welt“, aber brauchen wir die nicht dringend in diesen Zeiter? Ich weiß, meine Enkel und ich werden das Vorlesen genießen.

    Dagmar Mägdefrau

  • Drei Wasserschweine tauchen ab – Band 3

    Drei Wasserschweine tauchen ab – Band 3

    Matthäus Bär

    Anika Voigt

    dtv

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Drei Wasserschweine und ein Faultierjunges sehen wir auf dem Cover. Sie sind außerhalb des Tierparks unterwegs und erleben ein spannendes Abenteuer.
    Dies ist der dritte Band der Serie, aber ich hatte keine Verständnisschwierigkeiten, obwohl ich die anderen Bücher nicht kenne. Ich werde sie aber wahrscheinlich noch mal lesen, weil ich die drei Wasserschweine richtig toll finde.
    mehr oder weniger lesen
    Emmy, Raul und Tristan sind sehr unterschiedlich Typen. Emmy ist die Clevere, Raul anpackend und Tristan schläft viel und ist etwas behäbiger. Als die Faultiermama in ihrem Gehege auftaucht, sind die drei zunächst erstaunt, aber dann erfahren sie, dass das junge Faultier vermisst wird. Da es zuletzt in einem inzwischen abgeholzten Baum gesehen wurde, vermutet Emmy, es könne mit dem Baum entsorgt worden sein. So machen sich die drei, die gelernt haben die Tür des Geheges zu öffnen, auf zum Wirtschaftshof, denn dort gelangen die Grünabfälle hin. Dummerweise landen die Wasserschweine in einem Auto und so sehen sie endlich das „Mehr“, das außerhalb ihres Tierparks liegt.
    Es ist zu schön zu lesen, wie die Wasserschweine vieles mit ihrer Nase entdecken und einordnen. Überhaupt schlüpft Matthäus Bär völlig in die Haut der Tiere, der denkt und entscheidet wie sie. Da ist es nur logisch das von Menschenjungen statt Kindern die Rede ist.
    Emmy schafft es immer wieder die Wogen zu glätten, Streit zu schlichten und Zusammenhänge zu erkennen. Gemeinsam mit dem Bieber und zwei Schwänen wird da sogar ein Mann, der keine Rücksicht auf die Natur nimmt, verscheucht.
    Ein tolles Buch, in dem Tiere nicht vermenschlicht werden und doch Dinge können, die sie wohl nicht wirklich beherrschen. Und natürlich wissen wir nicht, ob sie empathisch sind und so sozial empfinden wie die drei sympathischen Wasserschweine. Die farbigen Illustrationen sind realistisch und sehr stimmungsvoll. Alles zusammen ein spannender Lesespaß!

    Dagmar Mägdefrau

  • …und dazwischen Coco

    …und dazwischen Coco

    Armin Kaster

    Felicitas Horstschäfer

    Jungbrunnen

    Verlagsempfehlung ab 9 Jahre


    Bereits das Cover vermittelt, worum es in diesem Buch geht: Man sieht das Mädchen Coco durch eine Hecke laufen. Diese trennt zwei sehr unterschiedliche Gärten: einen wildbewachsenen Garten mit einem Fischteich und einen mit einem kurz geschnittenen, geradezu teppichartigen Rasen ohne Blumen, auf dem die Taucherflossen von Maik, dem Nachbarsjungen, liegen. Und so unterschiedlich wie die Gärten sind auch die Familien von Coco und Maik.

    mehr oder weniger lesen

    Cocos Patchworkfamilie ist fröhlich und bunt, ihr Zuhause warm und etwas chaotisch. Maiks Eltern hingegen haben sich getrennt. Sein Zuhause ist kalt und nach außen wird die Fassade gewahrt. Seit der Trennung bekommt Maik plötzliche Wutanfälle, die er nicht im Griff hat. Maiks ganzes Interesse gilt seinem Aquarium mit den darin lebenden Fischen und er bemüht sich sehr, ihnen in jeder Hinsicht gerecht zu werden. Was das bedeutet, erfahren wir aus den einseitigen Auszügen aus „Mein erstes Aquarium – Tipps für Anfänger,“ die jedem Kapitel vorangestellt sind.

    Cocos Eltern sind neu in das Nachbarhaus eingezogen und Rita, Maiks Mutter, sieht in Coco eine neue Spielkameradin für Maik – ungeachtet der Tatsache, dass die zwölfjährige Coco ganz andere Interessen hat als der achtjährige Maik. Sie erwartet von Coco, dass sie als Ältere Rücksicht auf Maik nimmt und auch seine Ausbrüche aushält – eine große Verantwortung für ein zwölfjähriges Mädchen. Aber Cocos Freunde sind alle in den Sommerferien verreist und so nimmt sie sich Zeit für Maik, der ihr mit seinem kalten Zuhause leidtut. Maik versucht, Coco für sich zu vereinnahmen, was ihr nicht recht ist. Und dazu kommen noch Maiks plötzliche Wutanfälle, die für sie richtig unheimlich sind.

    Ich bin, was dieses Buch angeht, zwiegespalten. Es hat als Hauptperson Coco, die zwischen den Stühlen steht: zwischen Mitleid mit Maik und Überforderung mit seinem Jähzorn, zwischen dem Aufbruch in die Pubertät und dem „Noch-Kind-sein“. Wichtiger für mich ist aber Maik. Die Trennung seiner Eltern, das hilflose Agieren seiner Mutter und das Desinteresse seines Vaters bewegen mich sehr. Seine Eltern interessieren sich so gar nicht für Maiks Gefühle. Wie verloren muss sich ein Kind fühlen, das eine Art Ersatzfamilie mit Hilfe seiner Aquarienfische aufbaut.

    Spannend fand ich, dass Armin Kaster sich mitten im Buch direkt an die Leser*innen wendet und uns von seiner Sorge um Maik erzählt. Dieser Bruch der Erzählebene ist ungewöhnlich und hat mich nachdenklich gemacht.

    Am Ende verkauft Maiks Vater das Haus. Maik und seine Eltern verschwinden, ohne sich zu verabschieden. An dem Tag, an dem Coco das feststellt, ist das für sie „wie ein Schlag in den Magen“. Sie wünscht sich, Maik zu vergessen, aber kann das nicht wirklich, auch wenn Maik ihr nicht fehlt. „Coco fühlt sich wie im April, wenn manchmal die Sonne scheint und es zugleich regnet.“

    Mich hat dieses Ende unbefriedigt zurückgelassen. Wichtige Informationen darüber, wie es mit den Figuren weitergeht, erfährt man erst in einem kurzen Nachwort. Dort wird unter anderem erzählt, dass Maik später in einer therapeutischen Wohngruppe lebt. Für mich hätten diese Entwicklungen stärker zur eigentlichen Geschichte gehört.

    Kein einfaches Buch: Ich denke, dass viele junge Leser*innen Fragen haben. Gerade deshalb könnte ich mir vorstellen, dass es gut ist, wenn Eltern und Kinder das Buch zusammen lesen und anschließend über Cocos und Maiks Geschichte ins Gespräch kommen.

    Beate Böhm

  • Robin The Hood – Wie klaut man ein Gehirn? – Band 2

    Robin The Hood – Wie klaut man ein Gehirn? – Band 2

    Rüdiger Bertram

    Horst Hellmeier

    cbj

    Verlagsempfehlung ab 10 Jahre

    Robin wird mitten in der Nacht von Mary geweckt: Etwas Merkwürdiges ist passiert. Loretta und der General sind spurlos verschwunden und niemand weiß, wohin. Schon stecken die beiden mitten in ihrem nächsten Abenteuer. Ein Erpresserschreiben taucht auf und plötzlich dreht sich alles um das Gehirn von Einstein, das sie aus einem Tresor in Princeton stehlen sollen. Doch werden Robin und Mary den waghalsigen Plan umsetzen können? Und wer steckt hinter der Entführung von Loretta und dem General?
    mehr oder weniger lesen
    Wie schon den ersten Band haben wir auch dieses Buch regelrecht verschlungen und uns beim Vorlesen abgewechselt. Mein Sohn war genauso begeistert wie von Band 1. Besonders gut gefällt mir, dass sich die Geschichten unabhängig voneinander lesen lassen. Alle wichtigen Besonderheiten aus dem ersten Band werden noch einmal kurz erklärt, sodass man der Handlung problemlos folgen kann, auch wenn man „Wie klaut man eine Stadt?“ nicht gelesen hat.
    Die kurzen Comicstrips lockern die Geschichte immer wieder auf und sind erneut herrlich witzig geschrieben und gezeichnet. Insgesamt ist die Reihe absolut empfehlenswert, und wir hoffen sehr, dass noch viele weitere Bände erscheinen.

    Katrin Hemmerich
  • Cryptos – Die Graphic Novel      

    Cryptos – Die Graphic Novel      

    Ursula Poznanski

    Christopher Tauber

    Timo Grubing

    Graphix Loewe

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Jana Pasco, eine Weltendesignerin, programmiert für Mastermind verschiedene virtuelle Welten. Als sie in einer dieser Welten einen Mord und einen vermeintlichen Selbstmord miterlebt und anschließend erfährt, dass die Ermordete auch in der realen Welt gestorben ist, wird sie misstrauisch. Sie beginnt zu ermitteln, deckt nach und nach immer mehr Machenschaften auf und gerät dadurch selbst zunehmend in Gefahr.
    mehr oder weniger lesen
    Auf diesen Graphic Novel bin ich durch eine Werbung auf Instagram aufmerksam geworden und war sofort neugierig auf die dystopische Geschichte. Anfangs wusste ich gar nicht, dass der Band auf dem gleichnamigen Roman von Ursula Poznanski basiert.
    Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Besonders begeistert haben mich die unterschiedlichen Zeichenstile, die die verschiedenen virtuellen Welten optisch voneinander abheben. Die Grundidee erinnert zwar stellenweise an die Matrix, entwickelt jedoch ihren ganz eigenen Ansatz. Die Illustrationen sind großartig und perfekt auf die jeweiligen Welten und deren Atmosphäre abgestimmt.
    Dieser Graphic Novel hat auf jeden Fall mein Interesse am Originalroman geweckt – der steht inzwischen auf meiner Leseliste. Ich kann den Band uneingeschränkt empfehlen.

    Katrin Hemmerich
  • Conni und die Nacht in der Schule – Band 9

    Conni und die Nacht in der Schule – Band 9

    Julia Boehme

    Herdis Albrecht

    Carlsen – Einfach lesen lernen

    Verlagsempfehlung ab 6 Jahre

    Für die Erstleser geht nun auch Conni in die Schule. Zunächst lernen wir einige Mitschüler*innen und die Erwachsenen kennen, die in der Nacht ebenfalls in der Schule dabei sind. Denn Frau Reisig, die Klassenlehrerin schlägt den Kindern vor eine Nacht in der Schule zu schlafen. Conni überlegt, was sie alles mitnimmt, und packt ihre Tasche. 
    mehr oder weniger lesen
    Am Nachmittag geht es zuerst in die Bücherei- Hier lösen die Kinder eine Aufgabe und finden das gesuchte Buch. (Natürlich können wir die Aufgabe ebenfalls lösen.) Dann gehen alle zum Spielen auf den Schulhof und später wird gemeinsam eine Pizza belegt. Doch zwei Jungen spielen den anderen einen Streich. 
    Auch dieses Buch bleibt dem Muster der Conni-Geschichten treu. Es gibt Kinder, die sich danebenbenehmen, die aber im weiteren Verlauf selbst schwach sind und dann von der Gemeinschaft aufgenommen werden. Aber es fehlt auch nicht an Spannung und am Ende sind alle gute Freunde. Meine Enkelin liebt Conni genau aus diesem Grund.
    Das Buch ist mit vielen vertrauten Bildern ausgestattet und neben den Großbuchstaben gibt es noch viel Comic-Sprechblasen. Das wird die kleinen Leserinnen sicher schnell zum Selber-Lesen animieren.

    Dagmar Mägdefrau
  • OMG! – Meine (unfreiwilligen) Ferien im Kloster

    OMG! – Meine (unfreiwilligen) Ferien im Kloster

    Cally Stronk

    Olivia Vieweg

    dtv

    Verlagsempfehlung ab 11 Jahre

    Amys Mutter ist eine sehr beschäftigte Managerin und deshalb bucht sie für sich Amy und die kleine Schwester Fritzi eine Wellness-Auszeit in einem Kloster. Während Amys Freundinnen Post von exotischen Orten schicken, traut sie sich nicht Selfies zu machen, denn man würde sehen, dass sie in einem langweiligen Kloster mit lamen Holzmöbeln in einem kargen Zimmer gelandet ist. 
    mehr oder weniger lesen
    Zwei nervige Jungs ärgern nicht nur die anderen Kinder, sondern auch die sehr freundlichen Nonnen, die immer etwas positives sagen. Auch das Essen ist zunächst gewöhnungsbedürftig für die Pizza-Esserin Amy. Aber dann sind die Freizeitangebot doch ganz interessant. Aber trotzdem sucht Amy eine Möglichkeit diesen Urlaub vorzeitig zu beenden. Hilft da vielleicht schlechtes Benehmen, um rausgeschmissen zu werden? 
    Auf dem Cover sehen wir Amy und ihr Entsetzen, weil sie ihre Ferien in einem Kloster verbringen muss. Im Buch gibt es viele Illustrationen, die so viel Witz haben, genauso wie der humorvolle Text, der so viele ungewöhnliche Ideen beinhaltet, was man mit biblischen oder religiösen Begriffen alles anstellen kann. So wird im Kiosk der „Prayboy“ angeboten und gemeinsam wird „Mönchopoly“ gespielt.
    Ein Comic bei dem ich laut lachen musste und der mit Amy eine sympathische fast dreizehnjähriges Erzählerin hat, die trotz der langweiligen Location viele spannende Dinge erlebt.

    Dagmar Mägdefrau

  • Fräulein Renée und das kartografische Komplott  

    Fräulein Renée und das kartografische Komplott  

    Katja Grimme

    Corinna Böckmann

    Südpol

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Die 17-jährige Renée Graf stellt im Jahr 1908 den jungen Dichter Casper Schützer ein, damit er ihre Chronik schreibt. Dabei hat sie jedoch drei Regeln: Erstens hat sie das Kommando. Zweitens entscheidet man sich im Zweifelsfall nicht für die vernünftige, sondern immer für die abenteuerliche Lösung. Und drittens ist Tradition niemals ein Argument. Da Casper keine andere Wahl hat, lässt er sich auf diese ungewöhnliche Vereinbarung ein.
    mehr oder weniger lesen
    Bei einem Spaziergang entdecken die beiden in einem Forsthaus eine Leiche, und Renée beschließt, dass sie gemeinsam ermitteln. Schon bald stoßen sie auf Spuren, die sie zur Geographischen Gesellschaft Württemberg führen …
    Die Geschichte wird in der Ich-Form aus der Sicht des Chronisten Casper erzählt. Dadurch taucht man sofort in die Handlung ein und erlebt seine Gedanken und Gefühle hautnah mit. Besonders gelungen fand ich, dass Caspers Neurodivergenz auf eine authentische und unaufgeregte Weise in die Geschichte eingebunden wird. Sie macht ihn zu einem vielschichtigen Charakter, ohne ihn darauf zu reduzieren. Die Spannung baut sich zunächst langsam auf, doch ab einem gewissen Punkt möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
    Der Roman ist nicht nur ein spannender Kriminalfall, sondern greift auch die Situation queerer Menschen in der damaligen Zeit auf und vermittelt zugleich interessantes historisches Wissen, unter anderem über König Karl I. von Württemberg. Normalerweise bin ich kein großer Fan von Liebesgeschichten, da sie mir oft zu kitschig sind. Kaja Grimme gelingt es jedoch, die Liebe zwischen Renée und Lisbeth so natürlich in die Handlung einzubinden, dass sie den Kriminalroman bereichert, ohne jemals kitschig zu wirken. Insgesamt ist es ein sehr gelungenes Buch.

    Katrin Hemmerich

  • Die verrückteste Mondrakete der Welt      

    Die verrückteste Mondrakete der Welt      

    Sven Maria Schröder

    Fischer-Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Das Cover zeigt eine Rakete mit sehr vielen eingebauten (angeklebten) Dingen, die nicht unbedingt zum Rakentenbausatz gehören. Im Vorsatz erfahren wir einiges über Mondmüll und Weltraumschrott, für beides sind wir Menschen verantwortlich. 
    Dann lernen wir die Hasen Klara und Hansi kennen, die in der Stadt Müll aufsammeln, als sie bei Bruno ankommen, zeigt der ihnen seine Rakete, die dann versehentlich gezündet wird.
    mehr oder weniger lesen
    Schnell landen die drei auf dem Mond und sammeln, gekleidet in ihre Raumanzüge, den Müll ein. Erstaunliche Dinge tauchen dabei auf, doch dann wir ihnen klar, dass sie keine Antrieb haben, um wieder zurückzufliegen. Zum Glück treffen sie auf Aliens, denen sie helfen können und die sie dann unterstützen. 
    Bisher haben wir uns wenig Gedanken um den Müll gemacht, der im Weltraum unterwegs ist und sicher wird es aufgrund der neu entfachten Weltraum-Euphorie noch mehr geben. Hier erleben wir, dass die Hasen helfen und ihnen geholfen wird, zudem erfahren wir einiges über die Problematik der Weltraumfahrten. Die Bilder sind sehr gelungen und es gibt eine ganze Menge zu entdecken. Der gereimte Text holpert manchmal etwas, zeigt aber insgesamt viel Humor. Das realistische Problem der Verschmutzung des Weltalls steht hier im krassen Gegensatz zur kurzen Reise zum Mond ohne jede Vorbereitung und dem Weltraumkleber, der ein echter Superkleber ist.

    Dagmar Mägdefrau

  • Dalli dalli, hopp hopp! – Die Einhorntrödelbande  

    Dalli dalli, hopp hopp! – Die Einhorntrödelbande  

    Jussi Jubitsch

    Susanne Göhlich

    Fischer-Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 24 Monate

    Schon auf dem Cover sehen wir das kleine Mädchen mit ihren Einhörnern. Jedes ist anders gestylt und hat einen entsprechenden Namen, wie uns die Geschichte zeigen wird.
    Das Mädchen hat schon das Morgenfrühprogramm erledigt, doch die Einhornschar ist noch verpeilt und kommt nicht voran.
    mehr oder weniger lesen
    „Das Einhorn mit den Glitzersteinen will noch langer liegen bleiben“ und das Einhorn mit der goldenen Krone, grummelt, weil es nicht die Zähen putzen will. Das eine liest, das andere malt, eines fühlt sich schlapp, während das andere sich viel bewegt. So geht es einige Seiten weiter, bis das Einhorn mit der Armbanduhr wiehert „Los geht´s! In einer Minute plus keine Sekunde!“
    Ein Pappbilderbuch, dass alle morgendlichen Probleme, wegen denen wir nicht fertig werden, aufzeichnet. Hier sind es die Einhörner, die im Gegensatz zum Kind einfach immer wieder etwas anders tun. Die hübschen bunten Bilder sind schon kleinformatiger und zeigen sehr genau die Eigenarten der Einhörner. Die flotten Reime zu lesen, macht sicher nicht nur mir viel Spaß.

    Dagmar Mägdefrau

  • Tage mit B.

    Tage mit B.

    Nikola Huppertz

    Tulipan

    Verlagsempfehlung ab 14 Jahre

    Buch des Monats Juli 2026


    Das Mädchen auf dem Cover dreht uns den Rücken zu, zeigt uns vielleicht auch die kalte Schulter. Düster wirkt es auf mich, keine Cover, nach dem ich im Laden sofort greifen würde. B., die Bernadette Otto heißt, aus Berlin kommt, und die beschlossen hat, dass sie nur noch das B ihre Namens nützen möchte.
    mehr oder weniger lesen
    Weil sie ein schwieriges Mädchen ist, haben die ratlosen Eltern sie zu ihrem Patenonkel geschickt. Henning ist zusammen mit seinen beiden Kindern Simon (13) und Käptn/Emilia (5) in Klein-Hilke auf einem Bauernhof mit Spielscheune im Urlaub. Als sie B. vom Bahnhof abholen, trägt sie, wie auch in der restlichen Erzählung, ihren zerknitterten Mantel und ihre Doc Martens-Schuhe. Sie hat in ihrer Segeltuchtasche viele Bücher und sie wählt den blanken Fußboden, um darauf zu schlafen. Sie schreibt in viel in ihre Hefte und einige Texte können wir mitlesen. Simon, der uns von diesen paar Tagen im Sommer erzählt, ist ein sehr empathischer Junge, so kümmert er sich liebevoll um seine kleine immer singende Schwester und erkennt sehr gut ihre Bedürfnisse und Gefühle. Mit B. tut aber auch er sich schwer, denn sie benimmt sich durchaus oft sehr seltsam und unvorhersehbar.
    Der Stil ist sehr ruhig und unaufgeregt, Simon, der Käferexperte, beobachtet sehr genau und ist oft hilflos, wenn es um B. geht. B. macht sich sehr viel Gedanken um das Leben, unsere Umwelt und die Geschichte des Ortes, die auch die Geschichte unseres Landes ist. Aber sie macht alles mit sich ab, sie öffnet sich Simon nur sehr zögerlich.
    Hat ein so junges Mädchen schon eine Schuld abzutragen für Dinge, die sie nicht verantwortet? B. scheint es so zu empfinden.
    Ich fand es nicht ganz einfach dieses Buch zu lesen, denn auch ich empfand B. als schwierig, was an meinem Alter liegen kann. Aber B. hat auch einiges bei mir angestoßen und ich werde sich noch oft an sie denken.

    Dagmar Mägdefrau

  • Lieselotte lauert

    Lieselotte lauert

    Alexander Steffensmeier

    Fischer-Sauerländer

    Verlagsempfehlung ab 4 Jahre

    Die Kuh Lieselotte feiert ihren 20 Geburtstag als Buchreihe und ich kenne sie als sehr gute Freundin und Unterstützerin des Postboten. Aber in diesem Bilderbuch aus dem Jahr 2006  lauert sie jeden Morgen dem Postboten auf, um ihn zu erschrecken. Das Bild mit der laut muhenden Kuh und dem Postboten, dem vor Schreck fast die Brille vom Kopf fällt, ist einfach herrlich. 
    mehr oder weniger lesen
    Die Bäuerin ist inzwischen genervt von den vielen kaputten Sachen, die in den Paketen bei ihr ankommen. Auch hier ein witziges Bild mit all dem geflickten Porzellan auf ihrem Tisch. Während sich Lieselotte immer wieder neue Verstecke aussucht, hat der Postbote schon Albträume von der Kuh. Ich verrate nicht, wie es weitergeht, aber wir wissen ja, dass die beiden sich vertragen werden. 
    Ein gelungenes Jubiläumsbuch von Alexander Steffensmeier, das nicht nur eingeschworene Lieselotte-Fans begeistern wird.

    Dagmar Mägdefrau
  • Das Haus in der Mango Street

    Das Haus in der Mango Street

    Sandra Cisneros

    Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Gerd Burger

    atlantis

    Verlagsempfehlung ab 12 Jahre

    Das erste längere Kapitel ist mit „Ein Haus für sich allein“ überschrieben und es ist das Vorwort der Autorin, dessen Foto ganz am Anfang abgedruckt ist. Eine junge Frau in ihrem Arbeitszimmer, das eigentliche eine Abstellkammer ist und in dem sie nicht arbeitet, denn sie schreibt am Küchentisch.
    mehr oder weniger lesen
    Da das Buch schon 1984 erschien, ist die Autorin inzwischen eine alte Frau, was der Aktualität ihres Buches keinen Abbruch tut. Im Vorwort beschreibt Esperanza, wo sie gewohnt hat, bis sie mit ihrer Familie in die Mango Street zog. Die Straße liegt in einem armen Stadtteil von Chikago und es gibt um sie herum viele Menschen mit ihren unterschiedlichen Schicksalen und diese Menschen tauchen in den kleinen Geschichten auf, aus denen das Buch besteht. Esperanza berichtet von ihren Eltern, ihren beiden Brüdern und von ihrer jüngeren Schwester Nenny, die oft Dinge tut, die für Esperanza unvorstellbar sind. Da ist von Joe, dem Babygrabscher die Rede, den Schwestern Lucy und Rachel mit denen sie sich zusammen ein Fahrrad für 15 Dollar kauft. Wir erfahren auch von ihrer Mutter, dass sie zwar sehr klug war, aber nicht lange zur Schule ging und dass sie heute beim Kochen Opernarien singt. Tragisch ist die Geschichte von der Tante Guadalupe, die lange krank war und für deren Tod sich Esperanza verantwortlich fühlt. Zu Ende des Buches lernen wir Sally kennen, Esperanza beste Freundin, die häusliche Gewalt vom Vater und vom Ehemann erfährt. 
    Die Geschichten sind kurz, nicht zeitlich sortiert und vieles wird nur angedeutet. Die Stil hat etwas von einem Plauderton und manchmal empfinde ich es als etwas naiv. Aber Esperanza schafft es die Mango Street zu verlassen und ihren Traum vom eigenen Haus zu realisieren. Dabei ist ihr wichtig nicht abhängig zu sein und so setzt sie sich durch und wird Schriftstellerin, ganz wie sie es im Vorwort schreibt.

    Dagmar Mägdefrau